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Morbus Addison
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Hormonmangel frühzeitig erkennen

Bei der primären Nebenniereninsuffizienz Morbus Addison werden die Nebennieren fortschreitend geschädigt – mit schwerwiegenden Folgen. Daher ist es wichtig, schon bei unspezifischen Anzeichen an die Erkrankung zu denken.
AutorKontaktJuliane Brüggen
Datum 13.07.2026  15:00 Uhr

Bei Stress droht eine Addison-Krise

Die zunächst unspezifischen Beschwerden erschwerten die Diagnostik, machte Harbeck deutlich. Oft werde die Erkrankung erst beim Auftreten einer Addison-Krise entdeckt, die in Belastungssituationen wie starkem psychischen Stress oder Magen-Darm-Infektionen droht. Da Cortisol in ausreichender Menge fehlt, kommt es dann zu Kreislaufstörungen, Stoffwechselentgleisungen und Blutdruckabfall bis hin zu einer lebensbedrohlichen Notfallsituation.

Für die Diagnose wird der frühmorgendliche Cortisolspiegel herangezogen. Hinzu kommt laut Harbeck ein Stimulationstest (in der Regel ACTH) sowie die Bestimmung von Parametern wie ACTH, Aldosteron, Elektrolyten und Autoantikörpern. Die Expertin wies darauf hin, dass die oft in sozialen Medien genannte »Nebennierenschwäche« von Morbus Addison abzugrenzen sei. Hier trete zwar auch Erschöpfung auf, die Blutspiegel der Nebennierenhormone blieben aber in der Regel normal.

Therapie durch Hormonersatz

Die Therapie besteht im Ersatz der fehlenden Hormone: In der Regel dient Fludrocortison als Mineralcorticoid-Ersatz und Hydrocortison als Glucocorticoid-Ersatz. Auch DHEA könne bei Bedarf ersetzt werden, so Harbeck.

Herausforderungen ergeben sich durch die normalerweise zirkadiane Rhythmik von Cortisol, die mit Medikamenten nur schwer nachzuahmen ist. So erreicht die Cortisolsekretion bei gesunden Menschen am Morgen einen Höchststand und in der Nacht den Tiefpunkt. Konventionelles Hydrocortison werde daher auf zwei bis drei Dosen pro Tag verteilt, erklärte Harbeck, mit der höchsten Dosis am Morgen. Die zirkadiane Rhythmik bilde das jedoch nur unzureichend ab.

Abhilfe sollen retardierte Hydrocortison-Präparate schaffen. Neben dem seit mehr als zehn Jahren verfügbaren Präparat Plenadren® hat in diesem Jahr ein weiteres Präparat eine Zulassungserweiterung für die Behandlung nebenniereninsuffizienter Patienten erhalten: Efmody®. Erste Daten zeigten laut Harbeck eine Verbesserung von Lebensqualität, Fatigue und Immunprofil (»eClinicalMedicine« 2026, DOI: 10.1016/j.eclinm.2025.103714).

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