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Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit

Homöopathika nicht zulasten der Solidargemeinschaft

Deutschland gibt viel Geld für ein gutes Gesundheitssystem aus. Die Ausgaben für die Erstattung von Homöopathika sind für den Vorsitzenden des Ausschusses für Gesundheit im Deutschen Bundestag, Erwin Rüddel (CDU), ein Dorn im Auge. Nachbesserungsbedarf sieht er zudem beim Melden von Lieferengpässen vonseiten der Hersteller.
Sven Siebenand
04.09.2019
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Hat Deutschland das beste Gesundheitssystem der Welt? Rüddel  ist nicht nur davon überzeugt. »Wenn wir die richtigen Weichen stellen, werden wir das beste Gesundheitssystem auch behalten«, sagte der CDU-Politiker am Dienstag auf der Jahrestagung des House of Pharma & Healthcare in Frankfurt am Main. Digitalisierung sieht Rüddel als große Chance. Zudem gelte es Sektorengrenzen abzubauen und Fehlanreize zu detektieren und zu entfernen. Für falsch hält er es, dass Krankenkassen die Kosten für Homöopathika zahlen. »Homöopathie ist eine Glaubensangelegenheit und für diese sind Krankenkassen nicht zuständig.« Bislang ermöglicht die Gesetzgebung, dass Krankenkassen die Kosten für Globuli und Co. zahlen. Rüddel zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass das nicht mehr allzu lange Bestand haben wird. Der Politiker sprach von einem neuen Gesetzentwurf oder der Möglichkeit einer Ergänzung in einem laufenden Gesetzgebungsverfahren, um den Kassen zukünftig zu untersagen, Homöopathie-Kosten zu erstatten.

Rüddel äußerte sich auch zum Thema Lieferengpässe von Arzneimitteln. »Wir werden uns im Herbst mit dieser Thematik auseinandersetzen und darüber diskutieren, inwiefern man mehr Transparenz schaffen muss«, antwortete er auf die Frage, ob das Melden von Lieferengpässen zukünftig zur Pflicht werden soll. »Wir steuern in Richtung mehr Transparenz«, so Rüddels Prognose.

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