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Parlamentarischer Abend

»Die Stärkung der Vor-Ort-Apotheken muss kommen«

Die Grippeimpfung in der Apotheke als Regelversorgung, mehr Maßnahmen gegen Lieferengpässe und die Stärkung der Apotheken in der Fläche: Das sind die zentralen Forderungen von Tatjana Zambo, Präsidentin des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg und Martin Braun, Präsident der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg auf einem gemeinsamen Parlamentarischen Abend. 
Melanie Höhn
06.04.2022  18:00 Uhr
»Die Stärkung der Vor-Ort-Apotheken muss kommen«

Die Corona-Pandemie habe gezeigt, dass die Vor-Ort-Struktur der Apotheken unverzichtbar sei und sich »klar bewährt« habe, sagte Tatjana Zambo, Präsidentin des Landesapothekerverband (LAV) Baden-Württemberg beim diesjährigen Parlamentarischen Abend der baden-württembergischen Apothekerschaft. Sie forderte, dass die im Koalitionsvertrag vereinbarte Stärkung der Apotheke vor Ort umgesetzt werden müsse, denn Apotheker und ihre Mitarbeiter verdienten diese Wertschätzung. »Apotheker haben in der Pandemie Unfassbares geleistet«, sagte sie. Die Apothekenteams seien »an die Grenzen des Machbaren« gekommen,  »aber wir haben geliefert«, so Zambo weiter. Sie wünscht sich, dass die Expertise der Apotheker vor Ort in zukünftige Strategien mit einbezogen werde. Es gebe viele engagierte Kollegen, die einen Beitrag leisten können. Wenn man im Gesundheitswesen sparen wolle, »dann nicht an einem so effektiven und kostengünstigen System, das Apotheke heißt«, sagte sie. Der Wertschöpfungsanteil der Apotheken lag im Jahr 2021 bei nur 2,1 Prozent der gesamten GKV-Ausgaben.

Besonders stolz war Zambo darauf, dass Apotheker jetzt impfen. Es sei nun »Zeit, dass wir das Thema Grippeimpfung schnell zur Regelleistung ausbauen und allen Apotheken ermöglichen, zu impfen«, erklärte sie weiter. Zambo betonte, dass dadurch ein niedrigschwelliger Zugang zum Impfen ermöglicht und die Impfquote erhöht werden könne. Kummer bereitet ihr jedoch die Tatsache, dass die Anzahl der Apotheken in Deutschland 14 Jahre in Folge immer weiter zurückgegangen ist. Inzwischen gebe es den tiefsten Stand an Betriebsstätten seit den 1980er-Jahren.  Aktuell seien es bundesweit rund 23 Apotheken, die für 100.000 Einwohner zuständig seien. »Wir haben uns langsam durch viele Schließungen der Apotheken leider ins untere Drittel in Europa bewegt«, sagte Zambo. Baden-Württemberg liege dabei im bundesdeutschen Schnitt. 

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