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Großbritannien

Homöopathen sollen Akkreditierung verlieren

Geht es nach dem britischen nationalen Gesundheitsdienst National Health Service (NHS), dann sollen die Vertreter der Homöopathie im Vereinigten Königreich das offizielle Professional Standards Authority (PSA)-Gütesiegel verlieren. Das berichtet unter anderem die britische Tageszeitung »The Guardian«.
Jennifer Evans
29.10.2019
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Nachdem bereits die Franzosen in diesem Jahr beschlossen hatten, dass die Krankenkassen Globuli ab 2021 nicht mehr erstatten dürfen, verschärft sich der Druck auf die Homöopathen auch in Großbritannien. Obwohl die britischen Ärzte schon vor zwei Jahren vom NHS die Anweisung erhalten hatten, keine Streukügelchen mehr zu verschreiben, geht der Gesundheitsdienst nun einen Schritt weiter. Wie »The Guardian« berichtet, will der NHS dem Homöopathen-Verband das offizielle Gütesiegel des halbstaatlichen Gesundheitsberufs-Standardgremiums PSA entziehen. Demnach warnte NHS-Direktor Simon Stevens davor, Patienten könnte Geld aus der Tasche gezogen werden. Ein solches Gütesiegel erwecke fälschlicherweise den Eindruck, homöopathische Methoden seien »klinisch und wissenschaftlich etabliert«, zitiert die Zeitung aus einem Brief der NHS-Direktoren vom 22. Oktober an die Behörde. Der Gesundheitsdienst begründet seine Bedenken demnach unter anderem damit, dass bereits viele Fehlinformationen über Impfungen im Umlauf seien, von denen anscheinend einige von Homöopathen verbreitet würden. Stevens betonte auch, Homöopathie sei grundsätzlich kein Ersatz für eine medizinische Behandlung.

Auch hierzulande wird heftig um die Kügelchen gestritten. Homöopathie ist zwar nicht Teil des Leistungskatalogs der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), viele Kassen erstatten ihren Versicherten die Kosten aber dennoch.

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