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Nach erster Infektion

Hoher Antikörpertiter schützt vor Corona-Reinfektion

In einem Kommentar zu der Studie schreibt Dr. Mitchell H. Katz, Präsident und Geschäftsführer des NYC Health & Hospitals, dem größten städtischen Gesundheitssystem der USA, dass der Frage, ob das Vorhandensein von Antikörpern einen Schutz vor künftigen Infektionen darstellt, drei weitere Fragen zugrunde liegen: 1. Sind Antikörper schützend? 2. Wie gut sind die verfügbaren Tests zum genauen Nachweis von Antikörpern und 3. wie lange hält der Schutz an?

Die nun veröffentlichte Studie von Harvey und Kollegen gibt beruhigende Antworten auf die ersten beiden Frage. Tatsächlich scheint ein guter Antikörpertiter als Reaktion auf eine Erkrankung vor einer Reinfektion zu schützen. Dieses Ergebnis konnte abgeleitet werden, da die Antikörpertests, die dieser Studie zugrunde lagen, wohl ausreichend empfindlich waren.

Dies Ergebnis steht zudem im Einklang mit einer Studie an Mitarbeitern des Oxford University Hospitals in Großbritannien, die ergab, dass die Inzidenz von SARS-CoV-2-Reinfektionen bei 1265 Mitarbeitern mit Antispike-Antikörpern 0,13 pro 10.000 Risikotage betrug, verglichen mit 1,09 bei 11.364 Mitarbeitern, die seronegativ für diese Antikörper waren.

Leider kann jedoch keine der beiden Studien beantworten, wie lange der Antikörperschutz aufgrund einer natürlichen Infektion anhält. Aus diesem Grund wird auch eine Impfung gegen SARS-CoV-2 nach einer überstandenen Krankheit unabhängig vom Antikörperstatus empfohlen, wobei hier wohl nur eine Dosis benötigt wird. Wie lange der Antikörperschutz durch eine Impfung anhält, ist allerdings ebenfalls unbekannt.

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