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Lungenerkrankungen

Höhere COPD-Prävalenz durch Rauchen und Feinstaub

In Regionen, in denen viel geraucht wird oder die Feinstaub-Belastung hoch ist, erkranken mehr Menschen an der chronisch obstruktiven Lungenkrankheit (COPD) als in anderen Gebieten. Wichtig ist neben dem Rauchstopp, die Erkrankung möglichst früh medikamentös zu behandeln.
Christiane Berg
31.05.2021  07:00 Uhr

Insgesamt leiden mehr Männer als Frauen unter der Lungenerkrankung, meldet die AOK und beruft sich dabei auf den neuen »Gesundheitsatlas COPD« des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), der im Vorfeld des Welt-Nichtraucher-Tags am 31. Mai veröffentlicht wurde. Der COPD liegt zumeist eine chronische Entzündung der Bronchien und oftmals auch eine Überblähung der Lunge zugrunde. Gekennzeichnet ist die Erkrankunge von den »AHA«-Symptomen Atemnot, Husten und Auswurf. 

Laut Gesundheitsatlas sind in Deutschland insgesamt 3,4 Millionen Menschen an einer COPD erkrankt. Schätzungen zufolge ist in Folge der demografischen Entwicklung damit zu rechnen, dass die Fallzahlen in den kommenden Jahren weiter steigen. Der Verlauf der Lungenerkrankung ist, sofern keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden, progredient. Auf COPD zurückzuführende Sterbefälle liegen derzeit auf Platz 6 der häufigsten Todesursachen in Deutschland.

Neben dem Nikotin-Konsum kommen hinsichtlich Entstehung noch weitere Risikofaktoren hinzu. So scheint auch die Luftverschmutzung eine bedeutende Rolle zu spielen: In Regionen mit der laut Umweltbundesamt niedrigsten Feinstaubbelastung beträgt die COPD-Prävalenz lediglich 6,7 Prozent, in Kreisen und kreisfreien Städten mit der höchsten Belastung dagegen im Schnitt 7,7 Prozent. Zudem verweist der Gesundheitsatlas auf einen Zusammenhang zwischen der COPD-Häufigkeit und der sozialen Struktur einzelner Regionen: Menschen aus materiell und sozial benachteiligten Gebieten sind mit einer Prävalenzspanne von 7,7 bis 7,9 Prozent häufiger von COPD betroffen als Menschen aus vergleichsweise wohlhabenden Land- und Stadtteilen, in denen die Spanne bei 6,2 bis 6,6 Prozent liegt.

Außerdem steigt die Häufigkeit der Erkrankung mit zunehmenden Lebensjahren und erreicht ihren Höhepunkt bei den 85- bis 89-Jährigen. In dieser Altersgruppe sind 16,4 Prozent der Männer und 11,6 Prozent der Frauen betroffen. Generell werden die Unterschiede zwischen den Geschlechtern nicht zuletzt durch ein anderes Rauchverhalten beim männlichen und weiblichen Geschlecht erklärt. In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten haben deutlich mehr Männer als Frauen zur Zigarette gegriffen.

Der Anteil der COPD-Erkrankten ab 40 Jahren liegt in Bundesländern, in denen laut Mikrozensus des Statistischen Bundesamtes besonders viele Raucherinnen und Raucher leben, bei 7,8 Prozent, während er in Regionen mit besonders niedrigem Raucher-Anteil nur 6,3 Prozent beträgt. Dabei ist die Zahl der COPD-Erkrankungen mit 5,8 Prozent in Baden-Württemberg, mit 6,0 Prozent in Sachsen und mit 6,2 Prozent in Bayern am niedrigsten. Mit 8,1 Prozent im Saarland, 8,4 Prozent in Nordrhein-Westfalen und 8,6 Prozent in Berlin ist er am höchsten. Letzteres ist nicht verwunderlich: Laut Gesundheitsatlas kommt die COPD in Großstädten generell häufiger vor als in Regionen mit geringer Siedlungsdichte.

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