| Jennifer Evans |
| 19.05.2026 07:00 Uhr |
Suchtforscher wie Professor Dr. Keith Humphreys von der Stanford Universität unterscheiden deshalb zwischen Trinken zur Entlastung und Trinken zur Belohnung. Ein Belohnungstrinker, der sich beispielsweise bei einem Treffen mit Freunden ein Gläschen gönnt, entwickelt seltener Probleme. Wer dagegen zur Stressregulation trinkt, trägt bis zum Alter von 35 Jahren ein höheres Risiko für Abhängigkeit. Die Pandemie hat die Unterschiede zwischen den beiden Trink-Motiven noch verstärkt.
Viele Menschen suchen heute inzwischen neue Wege. Bewegungen wie »Dry January«, »Sober October« oder »Sober Curious« fördern einen zeitweisen Verzicht auf Alkohol und damit ein ingesamt bewussteres Trinkverhalten. Die Strömungen ersetzten alte Rituale und könnten die Beziehung zum Alkohol womöglich neu bestimmen, heißt es in dem Beitrag.
Vor diesem Hintergrund richtet die aktuelle Forschung ihren Fokus zunehmend auf den sozialen Kontext des Trinkens – und weniger allein auf die konsumierte Menge. Dennoch kann es nach Humphreys Ansicht nicht schaden, einen Freund oder eine Freundin zu bestimmen, die oder der als Symposiarch das Festgeschehen kritisch im Auge behält.