| Juliane Brüggen |
| 23.03.2026 16:00 Uhr |
In Fulda versammelten sich zahlreiche Apothekenteams. / © PZ/Juliane Brüggen
Beim Heraustreten aus dem Hauptbahnhof bot sich den Reisenden in Fulda ein beeindruckendes Bild: Ab 11 Uhr versammelten sich zahlreiche Menschen auf dem Bahnhofsvorplatz – in Kitteln und Warnwesten, mit kreativen Schildern und Trillerpfeifen. Schätzungsweise waren es 500 bis 600 Demonstrierende, die sich bei strahlendem Sonnenschein laut bemerkbar machten. »Apotheken kaputt sparen? Mit uns nicht!« war auf vielen Plakaten zu lesen. Auch der pharmazeutische Großhandel Sanacorp war mit einem Stand vertreten, ebenso das ARZ Darmstadt.
»Es ist der stete Tropfen, der den Stein höhlt«, sagte Bastian Zellmer, Apothekeninhaber aus Ebersburg-Schmalnau, der PZ. »Wir müssen regelmäßig daran erinnern, wofür wir Apotheken stehen, was wir Apotheken leisten und dass zu einer vernünftigen Arbeit einfach ein vernünftiger Lohn gehört.« Er freue sich, dass sein Team vor Ort sei, obwohl nicht alle heute hätten arbeiten müssen. Von ihrer Zukunftsangst berichtete eine PTA. Denn besonders in ländlichen Apotheken sei die Situation angespannt, der persönliche Kontakt für die Menschen dort so wichtig.
Organisiert wurde die Kundgebung von osthessischen Apothekern. Gleichzeitig fanden die von der ABDA angekündigten Aktionen in Berlin, Düsseldorf, Hannover und München statt. »Hessen ist mit dabei im gleichen Atemzug«, so Dr. Christian Gerninghaus, Apothekeninhaber aus dem Vogelsbergkreis, der die Veranstaltung moderierte. »Wir haben seit dem Jahr 2000 einen deutlichen Schwund an Apotheken, fast jede vierte Apotheke ist verloren. Das liegt daran, dass wir nicht so bezahlt werden, dass wir wirtschaftlich arbeiten können.«