Basierend auf bisherigen Daten ist zu erwarten, dass die mittleren Temperaturen vor allem in den Monaten Juli und August die Werte früherer Jahre überschreiten werden. Dies führt zu Hitzewellen mit zunehmender Intensität und längerer Dauer.
Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) wird ein »heißer Tag« definiert als ein Tag, an dem die Höchsttemperatur über 30 °C liegt. In einer »Tropennacht« hingegen beträgt die niedrigste Temperatur 20 °C (6). Als »extreme Hitze« wird das Wetter bezeichnet, wenn hohe Temperaturen, wolkenloser Sonnenhimmel, schwacher Wind und zum Teil feuchte Luft (Schwüle) herrschen. Umgangssprachlich spricht man von einer »Hitzewelle«, wenn mehrere aufeinanderfolgende Tage und Nächte sehr heiß sind. Der DWD spricht von extremer Hitzeeinwirkung bei Temperaturen ab 38 °C.
Bei Hitze kann das körpereigene Kühlsystem überlastet werden, was einen Flüssigkeits- und Elektrolytmangel nach sich zieht. Insbesondere empfindliche Menschen reagieren mit Kopfschmerzen, Erschöpfung und Benommenheit.
Eine der wichtigsten Maßnahmen gegen Hitzestress / Foto: Adobe Stock/Printemps
In den kommenden Jahren werden Hitzewellen mit extremen Temperaturen und unzureichender nächtlicher Abkühlung häufiger auftreten. Insbesondere Menschen, die in Innenstädten leben, sind davon betroffen. Gefährdet sind Kleinkinder, Senioren, pflegebedürftige Menschen, Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus, Adipositas, Niereninsuffizienz, neurologischen Leiden wie Parkinson-Erkrankung und Alzheimer-Demenz sowie pneumologischen und fieberhaften Erkrankungen (7).
Ältere und alte Menschen sind besonders gefährdet. Ihre Haut wird schlechter durchblutet, die Schweißdrüsen arbeiten langsamer, die Wärmeabgabe ist beeinträchtigt. Auch die Erweiterung und die Verengung der Blutgefäße erfolgen langsamer, sodass das Blutvolumen nur verzögert umverteilt wird.
| Auswirkungen bei Hitze | Wichtige Wirkstoffgruppen und Beispiele |
|---|---|
| Blutdrucksenkung | Betablocker, ACE-Hemmer, AT1-Antagonisten, Trizyklika, gefäßerweiternde Medikamente wie Calciumkanalblocker oder Nitrate |
| verringertes Durstgefühl | ACE-Hemmer, AT1-Antagonisten |
| Dehydratation, Elektrolytstörung | Diuretika, Laxanzien |
| Hemmung der zentralen Thermoregulation | selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), Antipsychotika, zentrale Sympathomimetika wie Methylphenidat, Opioide oral und als TTS |
| verminderte Körperwahrnehmung aufgrund von Sedierung | Benzodiazepine, Z-Substanzen,sedierende H1-Antagonisten,sedierende Antidepressiva |
| verstärkte Wirkung durch rascheres Anfluten des Wirkstoffs | organische Nitrate, Testosteron, Nikotin, Opioide als TTS |
| vermindertes Schwitzen | H1-Antagonisten, besonders der 1. Generation: Diphenhydramin, Doxylaminzentrale Alpha-2-Agonisten: Clonidin, MoxonidinAntiepileptika: Topiramat, Zonisamid, CarbamazepinAntipsychotika: Olanzapin, Quetiapin, Butyrophenone wie Melperon, Pipamperon oder HaloperidolAnticholinergika: Procyclidin |