| Paulina Kamm |
| 22.05.2026 15:20 Uhr |
Die Gemeinschaft der Heilberufe kritisiert auch die Erhöhung des Kassenabschlags für Apotheken. Diese bedeute »eine dauerhafte Honorarkürzung«. Den Apotheken werden parallel mehr Aufgaben und finanzielle Risiken – etwa durch höhere Medikamentenzuzahlungen – zuteil. »Belastungen werden jetzt verbindlich beschlossen, die versprochene Stärkung der Apotheken bleibt dagegen weiter unverbindlich angekündigt – das ist ein klarer Wortbruch«, sagt der Vorsitzende des Thüringer Apothekerverbandes, Stefan Fink, mit Blick auf die Versprechungen aus dem Koalitionsvertrag.
Der Präsident der Landesapothekerkammer Thüringen, Ronald Schreiber, prophezeit: »Wird die wirtschaftliche Grundlage der Apotheken weiter geschwächt, drohen insbesondere im ländlichen Raum längere Wege, weniger persönliche Beratung und Versorgungslücken.« Rund 33 Prozent der noch 473 Apotheken in Thüringen seien bereits heute an ihren wirtschaftlichen Grenzen angekommen.
Dass Apotheken so künftig zusätzlich Prävention, Primärversorgung und Arzneimitteltherapiesicherheit übernehmen können, bezweifele Schreiber unter besagten Bedingungen.