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Neue Funktion

Habe ich mehr Securpharm-Alarme als andere?

Ab heute gibt es eine neue Funktion auf der Weboberfläche des Securpharm-Apothekenservers. Ein Betrieb kann damit unter anderem sehen, wie er sich im Alarm-Ranking so schlägt, und gleichzeitig Fehlerquellen besser aufspüren.
Jennifer Evans
12.11.2021  10:30 Uhr

Die ABDA weist immer wieder darauf hin, dass die tägliche Alarmanzahl im Securpharm-System zu hoch ist. Zuletzt waren es rund 13.000 pro Tag. Eine zusätzliche Funktion auf der sogenannten Grafik User Interface (GUI), der Weboberfläche des Securpharm-Apothekenservers, soll nun die Spurensuche für etwaige Fehlalarme erleichtern. Die neue Ansicht, die ab dem heutigen Freitag unter dem Reiter »Kennzeichen« zu finden ist, liefert eine Gesamtschau auf die Anzahl der Verifikationen, Ausbuchungen sowie Art und Menge der Alarme im Zeitverlauf. Und zwar außerhalb der Warenwirtschaft und stattdessen über die GUI-Maske der Netzgesellschaft Deutscher Apotheken (NGDA).

Gleichzeitig ist es nun möglich, die Alarmquote des eigenen Unternehmens mit der einer anderen durchschnittlichen Betriebsstätte desselben Typs zu vergleichen, also entweder einer Apotheke, Krankenhausapotheke oder einem Großhandel. Dabei bleibe die Anonymität der Betriebsstätte »selbstverständlich gewahrt«, betont die ABDA gegenüber der PZ.

Seit dem 9. Februar 2019 sind Apotheken verpflichtet, vor Abgabe von Rx-Präparaten den Data-Matrix-Code der Packung zu scannen, um diese auf Echtheit zu überprüfen. Der europaweite Überwachungsmechanismus, hinter dem hierzulande die Organisation Securpharm steht, soll die Sicherheit im legalen Arzneimittelhandel wahren.

Alarmquote variiert mit Wochentag

Wo liegt aber nun der entscheidende Unterschied zum bereits existierenden Alarm-Monitoring auf der GUI-Maske? Die neue Funktion gibt nach Angaben der ABDA vor allem einen guten Überblick über den Zeitverlauf der Alarme sowie Hinweise auf mögliche Fehlerursachen. Während die altbekannte Funktion grundsätzlich erst einmal alle Informationen zu den Alarmen der vergangenen drei Monate bündelt, unter anderem zum Bearbeitungsstatus, der PZN, den Fehlercodes, den Pharmaunternehmen oder Produktnamen. Durch die Funktionserweiterung erhielten die Apotheken »ein zusätzliches Werkzeug, um Fehlerquellen zu entdecken, aufzuklären und zu vermeiden«, so die Bundesvereinigung.

Stellt ein Apothekenteam also beispielsweise anhand der neuen Übersicht fest, dass etwa an einem bestimmten Wochentag auffällig viele Fehlalarme entstehen, kann es dem Problem schneller auf den Grund gehen. Die ABDA appelliert in diesem Zusammenhang jedoch daran, dass bei möglichen Handhabungsfehlern auf keinen Fall der einzelne Mitarbeiter an den Pranger gestellt wird. In der Praxis habe sich nämlich gezeigt, dass vor allem eine »offene Kommunikation und ein etabliertes Fehlermanagement« die Anzahl der Fehlalarme stark reduziere. Die PZ hatte bereits über die Vorteile einer guten Fehlerkultur mit Blick auf das Securpharm-System berichtet.

So sieht die neue Übersicht aus, die ab sofort dabei helfen soll, Fehlerquellen aufzudecken.

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