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Kater und Viren vorbeugen

Gut vorbereitet in die tollen Tage

Vielerorts geht ab heute der Karneval in die heiße Phase. Eine Infektion mit dem neuen Coronavirus müssen die Jecken wohl nicht befürchten, aber Herpes-, Influenza- und Erkältungsviren sind definitiv im Straßen- und Kneipenkarneval mit von der Partie.
PZ
20.02.2020
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Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) empfiehlt, einfache Hygieneregeln einzuhalten. Am wichtigsten ist das regelmäßige und gründliche Händewaschen, um sich vor einer Ansteckung zu schützen, insbesondere nach dem Toilettengang, vor dem Essen, nach dem Naseputzen und beim Nachhausekommen. Mit ungewaschenen Händen möglichst nicht das Gesicht, insbesondere Mund, Augen oder Nase, berühren und keine Speisen anfassen.

Außerdem empfiehlt die BZgA, beim Husten und Niesen ein Einwegtaschentuch zu verwenden und dieses anschließend zu entsorgen. Dabei Abstand von anderen halten und sich abwenden. Ist kein Taschentuch griffbereit, in die Armbeuge niesen oder husten. Schminkutensilien sollten besser nicht geteilt werden.

Wer akut unter Lippenherpes leidet, sollte selbstverständlich niemanden ein »Bützje« geben und bedeckt die Läsion am besten mit einem Herpespflaster aus der Apotheke. Nicht nur aus hygienischen Gründen empfiehlt es sich, nur aus dem eigenen Glas zu trinken. Man sollte sein Getränk und seine Mitfeiernden auch immer Blick behalten, um sich vor K.o.-Tropfen zu schützen.

Die Stadt Köln hat übrigens verboten, zwischen Weiberfastnacht und Rosenmontag E-Scooter in der Innenstadt abzustellen, um Stolperfallen für die Jecken zu minimieren.

Katzenjammer am nächsten Morgen

Die Empfehlung eines Alkoholkonsums in Maßen dürften viele Karneval-Begeisterte ignorieren. An dem Tipp, sich »eine Grundlage zu verschaffen«, also vor dem Feiern eine ordentliche Mahlzeit einzunehmen, ist aber nichts verkehrt. Als Daumenregel ist es empfehlenswert, auf jedes Glas Bier eins mit Wasser folgen zu lassen. Ob ein Glas Wasser vor dem Schlafengehen tatsächlich den Kater erspart, ist wissenschaftlich nicht erwiesen. Bisheriges Fazit der Forschung: Wer zu viel trinkt, muss mit den Konsequenzen leben.

Acetylsalicylsäure (ASS) oder Ibuprofen sind übrigens bei Katerkopfschmerzen besser geeignet als Paracetamol. Ethanol und Paracetamol sind bekanntlich beide nicht besonders leberfreundlich. Sie werden zudem teilweise über dasselbe Enzym in der Leber abgebaut, was den Alkoholabbau verlangsamen und die hepatotoxische Wirkung verstärken kann. Das »Konterbier« ist aus pharmazeutisch-medizinischer Sicht nicht empfehlenswert.

Traditionell beginnt in den katholischen Regionen, in denen Karneval gefeiert wird, am Aschermittwoch die Fastenzeit. Das gibt dem Körper die Chance, sich in den folgenden sechs Wochen bis Ostern zu regenerieren, zum Beispiel mit Intervallfasten.

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