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DVPMG

Große Koalition will Zugriff auf die E-Rezept-App erleichtern

Union und SPD wollen barrierefreies Verfahren – keine NFC-Technologie

Union und SPD wollen barrierefreies Verfahren – keine NFC-Technologie

Doch die Koalition will hier noch einmal nachsteuern. In einem Änderungsantrag zum Digitale-Versorgung-und-Pflege-Modernisierungs-Gesetz (DVPMG), der der PZ vorliegt, ist festgehalten, dass die Krankenkassen spätestens bis zum 1. Januar 2022 ein »barrierefreies« Verfahren zur Verfügung stellen, dass die gesetzlichen Sicherheitsanforderungen erfüllt und – laut Begründung – unabhängig von einer NFC-fähigen EGK funktioniert. Konkrete Vorgaben machen Union und SPD hier allerdings nicht – welches Verfahren die Kassen etablieren, ist also noch völlig unklar.

In einem weiteren Änderungsantrag zum DVPMG will die Große Koalition erreichen, dass die Versicherten künftig auch den Sofortnachrichtendienst der Telematikinfrastruktur (TI) nutzen können, um sich E-Rezept-Codes zu schicken. Zur Erklärung: Das DVPMG sieht vor, dass die elektronische Patientenakte (EPA) ab dem 1. Januar 2023 einen Sofortnachrichtendienst (Messenger) bekommt, mit dem die Versicherten mit ihren Leistungserbringern kommunizieren können. Bislang war nicht geplant, dass eine Kommunikation zwischen den Versicherten ermöglicht werden soll. Dies soll sich nun ändern: Laut dem Änderungsantrag sollen Versicherte untereinander die E-Rezept-Codes austauschen können, damit beispielsweise Rezepte auch von »einem Vertreter« eingelöst werden können.

Das DVPMG könnte Mitte Mai im Bundestag beschlossen werden und noch in diesem Sommer in Kraft treten.

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