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Covid-19

Große Impfstoffstudien starten im Sommer

Einem Medienbericht zufolge starten in den USA im Sommer drei Phase-III-Studien mit verschiedenen Coronavirus-Impfstoffkandidaten.
Daniela Hüttemann
11.06.2020  09:00 Uhr

Demnach plane die US-Regierung, die drei großen Studien zu finanzieren, berichtet das »Wall Street Journal« und zitiert dabei den Direktor des Impfstoffforschungs-Zentrums des National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID), Dr. John Mascola. Es sollen zehntausende Probanden über dutzende von Standorten in den USA daran teilnehmen.

Das US-Unternehmen Moderna will im Juli mit ihrem Kandidaten, einem mRNA-Impfstoff, der mit dem NIAID gemeinsam entwickelt wurde, in die Phase III gehen. Im August sollen die Universität Oxford gemeinsam mit dem britischen Unternehmen Astra-Zeneca mit ihrer Vakzine auf Basis eines Schimpansen-Adenovirus folgen. Auch hier war das NIAID an präklinischen Studien beteiligt. Im September will dann der große US-Konzern Johnson & Johnson mit einem nicht replikationsfähigen viralen Vektorimpfstoff auf Basis des Adenovirus-16 soweit sein, heißt es in dem Medienbericht. Der relativ schnelle Start solch groß angelegter Studien deute auf gute Ergebnisse in den vorangegangen Stadien hin. In der Tat hatten die Universität Oxford und Astra-Zeneca kürzlich vielversprechende Daten veröffentlicht und sogar bereits mit dem Serum Institute of India begonnen, ihren Kandidaten in großem Stil zu produzieren.

Ging es in den frühen klinischen Studien zunächst zu testen, ob die Probanden eine robuste Immunantwort bilden, sollen die Phase-III-Studien belegen, dass sich die Geimpften wirklich nicht mit SARS-CoV-2 infizieren als die Vergleichsgruppen, die eine Placebo-Impfung erhalten werden. Die Studien sollen in Regionen durchgeführt werden, wo es noch hohe Verbreitungsraten gibt.

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