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AVWL und AOK Nordwest

Grippeimpfung in Apotheken bald auch in Westfalen-Lippe

Immer mehr Menschen in Deutschland können sich in Apotheken gegen Grippe impfen lassen. Möglich macht dies das im März vorigen Jahres in Kraft getretene Masernschutzgesetz, das entsprechende regionale Modellvorhaben erlaubt. Bei der Zahl der Impfungen hat Nordrhein-Westfalen unter den derzeit vier teilnehmenden Bundesländern die Nase vorn, wobei das Angebot bislang auf Nordrhein beschränkt war. Für die kommende Saison gibt es Verstärkung: Westfalen-Lippe gesellt sich dazu.
Cornelia Dölger
22.06.2021  13:30 Uhr

Grippeschutzimpfungen in Apotheken sind etwa in Frankreich und Großbritannien, aber auch in den USA längst ein regelhaftes Angebot und werden von der Bevölkerung gut angenommen. In Deutschland ist das noch nicht so – aber dass Apothekerinnen und Apotheker als Heilberufler und nach einer entsprechenden Schulung solche Schutzimpfungen durchführen können, zeigen sie im Rahmen von Modellprojekten schon länger.

Nachdem der Bund dies durch das Masernschutzgesetz ab März 2020 ermöglicht hatte, handelten die Landesapothekerverbände in mehreren Bundesländern entsprechende Verträge mit den Krankenkassen aus. Regionale Projekte laufen seitdem in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bayern und dem Saarland. Die PZ hatte darüber berichtet.  Die Projekte werden wissenschaftlich begleitet und ausgewertet – wobei etwa im Mai herauskam, dass das niedrigschwellige Angebot in Apotheken insbesondere diejenigen überzeugt, die sich ansonsten nicht impfen lassen würden. So resümierten damals Professor Uwe May sowie Cosima Bauer vom Forschungsunternehmen »May & Bauer – Konzepte im Gesundheitsmarkt«. Dadurch werde die Impfquote in der Bevölkerung erhöht.

Durchimpfungsquote steigern

Eben dies hat auch der Apothekerverband Westfalen-Lippe (AVWL) vor Augen und sich deshalb mit der Krankenkasse AOK Nordwest für ein entsprechendes Modellprojekt zusammengetan. »Die Apotheken sind eine zusätzliche, unkomplizierte Möglichkeit für die Menschen, sich gegen die Virusgrippe impfen zu lassen«, betonte der AVWL-Vorstandsvorsitzende Klaus Michels heute in einer gemeinsamen Mitteilung von Verband und Krankenkasse. Damit könnte die Durchimpfungsrate in Westfalen-Lippe gesteigert werden.

Tom Ackermann, Vorstandsvorsitzender der AOK Nordwest, ergänzte, mit dem Gemeinschaftsprojekt nutze man konsequent den gesetzlichen Spielraum und verbessere gleichzeitig die medizinische Versorgung der Versicherten. Mehr als 700 Apotheken könnten AOK-Versicherten in Westfalen-Lippe künftig Grippeschutzimpfungen anbieten, hieß es. Zur Modellregion zählen demnach die Stadt Dortmund, der Regierungsbezirk Detmold, der Kreis Olpe, der Märkische Kreis sowie der Hochsauerlandkreis. Hier leben dem AVWL zufolge mehr als 40 Prozent der Einwohner aus Westfalen-Lippe.

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