Pharma Deutschland interpretiert die Studie als Beweis dafür, dass etablierte Messmethoden zur Verfügung stehen, mit denen sich fundierte Aussagen über die reale Zusammensetzung und die toxische Relevanz der Spurenstoffe im geklärten Abwasser treffen lassen. »Auch in Deutschland muss endlich geklärt werden, wer die toxischen Mikroschadstoffe im Abwasser tatsächlich verursacht«, kommentiert Jörg Wieczorek, der Vorstandsvorsitzende von Pharma Deutschland, in einer Pressemitteilung des Verbands. »Eine neue Kommunalabwasserrichtlinie muss auf messbaren Fakten und nicht auf gefühltem Wissen basieren.«
Umweltminister Carsten Schneider (SPD) hat kürzlich erklärt, dass sein Ministerium am Prinzip der Herstellerverantwortung festhalten möchte. Er setzt auf eine »gute« Lösung auf europäischer Ebene. »Aber wenn es sein muss, kann ich mir auch einen nationalen Weg vorstellen«, so der Umweltminister.
Unterstützung erhielt die Pharmabranche neulich von der Generalanwältin des Europäischen Gerichtshofs (EuGH). In ihrem Schlussantrag lehnte sie die Herstellerverantwortung für die Kommunalabwasserrichtlinie ab. Die Kommunen hatten damals gewarnt, dass die Einführung der vierten Reinigungsstufe auf Dauer kaum möglich sein werde, wenn keine verursachergerechte Finanzierung gewährleistet sei.