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Merz unter Druck
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Gerüchte über Kanzlerwechsel

Stockende Reformen, Iran, Ukraine: Der Kanzler muss sich mit Krisen und Kriegen herumschlagen. Sein Image ist schwer angekratzt. In der Union tuschelt man bereits über einen »Reservekanzler«.
AutorKontaktdpa
Datum 27.05.2026  16:15 Uhr

Wüst, Söder, Spahn als «Einwechselkanzler»?

In der Union, aber auch unter Hauptstadtjournalisten, werden derweil verschiedene Szenarien durchgespielt. Neben dem 50 Jahre alten Wüst als möglichem «Einwechselkanzler» werden etwa Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder sowie Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) genannt. Neu ist die Debatte nicht - auch nicht jene über Wüst. Hört man sich bei den Christdemokraten um, heißt es, aktuell sei ein Kanzlerwechsel kein Thema. Zumal auch nicht absehbar sei, dass Merz in absehbarer Zeit vielleicht aus Frust alles hinwerfen könne. In einem solchen Szenario müsste Merz den Weg für eine Kanzler-Neuwahl «im laufenden Galopp» - also im derzeitigen Bundestag mit seiner schwarz-roten Mehrheit - selbst frei machen. Oder durch den Druck führender Parteifreunde zum Verzicht gebracht werden. Gemeinsam mit der SPD könnten die Abgeordneten von CDU und CSU dann einen neuen Kanzler wählen. Doch einfach wäre ein solcher Prozess in der Union nicht. Ganz zu schweigen davon, ob die SPD mitziehen würde.

Für Wüst ist Düsseldorf aktuell besser als Berlin

Auch Wüst könne aktuell kein Interesse haben, aus Düsseldorf zu wechseln, heißt es unter Parteifreunden in Berlin. In der Unionsfraktion im Bundestag fragen sich CDU-Abgeordnete zudem, wer ein Interesse daran haben könne, Wüst ausgerechnet jetzt im Zusammenhang mit einem Kanzlertausch zu nennen. Womöglich jene, die diesem schaden und mögliche Ambitionen im Ansatz «verbrennen» wollten?

Auf der anderen Seite glauben einige seit längerem, dass Wüst sehr wohl ein geeigneter Kandidat für das Kanzleramt wäre. Zum einen bringe er viel Regierungserfahrung mit - Merz wird das Gegenteil vorgeworfen. Zum anderen könne er auch mit den Grünen, siehe NRW. Gut möglich, dass die Union in einer nächsten Regierung nicht an den Grünen als Partner vorbeikäme.

Wüst wurde schon 2024 für Berlin gehandelt, stellte sich dann aber öffentlichkeitswirksam hinter Merz, als dieser als Kanzlerkandidat bereits feststand. Offiziell lässt Wüst nie etwas zu möglichen Ambitionen auf das Kanzleramt durchblicken. Erst vor kurzem ist der 50-Jährige zum zweiten Mal Vater geworden und erklärt immer wieder, wie wichtig ihm Zeit mit der Familie ist. Als Kanzler wäre mit Familienzeit wahrscheinlich zum größten Teil Schluss.

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