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E-Rezept
Gematik-App: Apothekensuche listet auch ausländische Versender auf

Automatischer Prozess vereinfacht vieles

Das Abzeichnen des E-Rezepts erfolgt nicht mehr auf Papier, sondern im Warenwirtschaftssystem. Ohne Änderung an der Verordnung reicht dafür die einfache elektronische Signatur, wird hingegen etwas verändert, ist eine qualifizierte elektronische Signatur mithilfe des Heilberufsausweises (HBA) nötig. Nach Abgabe des Arzneimittels wird die digitale Verordnung dann direkt ans Abrechnungszentrum weitergeleitet. Der automatisierte Prozess vereinfache vieles – nicht nur für die Apotheken, sondern auch für die Krankenkassen, betonte Neumann.

Patienten, die keine App nutzen möchten, können sich die elektronische Verordnung beim Arzt ausdrucken lassen. Derzeit ist laut Neumann vorgesehen, dass der Ausdruck das Format A5 oder A4 haben wird. Diese neue Papierversion soll im Vergleich zur oft handgeschriebenen Vorgängervariante durch ihre bessere Lesbarkeit, ihren Wiedererkennungseffekt, der allgemeinen Reduktion des organisatorischen Aufwands bei den Leistungserbringern bei den Patienten vor allem in Sachen Akzeptanz punkten. Wichtig sei aber zu beachten, dass der Ausdruck »keine eigenständige Verordnung« darstelle, stellt Neumann klar. Mit anderen Worten ist er kein rechtgültiges Dokument, das ohne Zugang zur Telematik-Infrastruktur (TI) eingelöst werden darf.

Gematik-App bietet diverse Filtereinstellungen

Über die E-Rezept-App sind außerdem verschiedene Filtereinstellungen bei der Apothekensuche möglich. Unter anderem kann der Nutzer sich darin die Ergebnisse nach Umkreis, Öffnungszeiten, persönlichen Favoriten oder Art der Apotheke – also Offizin oder Versandhandel – sortieren lassen. Nach Angaben von Christian Klose, Leiter der Unterabteilung »Gematik, Telematik-Infrastruktur, E-Health« im Bundesgesundheitsministerium (BMG), tauchen bei der Suche künftig ebenfalls Versender im In- und Ausland auf. Voraussetzung aber ist, dass diese sich an den Rahmenvertrag zur Arzneimittelversorgung gemäß §129 halten. Zudem muss es mit Blick auf den HBA sowie die Institutionskarte (SMC-B) Regelungen für ausländische Offizinen geben, denn diese Komponenten sind Voraussetzung für die TI-Nutzung. Noch nicht ganz klar ist offenbar außerdem, welche und ob es Schnittstellen aus der E-Rezept-App zu Drittanbietern geben wird. Das alles soll demnach das jüngste Vorhaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), nämlich das geplante Digitale-Versorgung-und-Pflege -Modernisierungs-Gesetz (DVPMG), genauer regeln. Im Patientendaten-Schutzgesetz (PDSG), das bereits in Kraft ist, ist allerdings vorgesehen, dass E-Rezepte über eine Weiterleitungsfunktion in die Apps anderer Anbieter übertragen werden können.

In Zukunft soll es darüber hinaus möglich sein, Folgerezepte einfach per Anruf in der Arztpraxis auszulösen und in die App zu integrieren. Auch das BtM-Rezept sowie das Grüne Rezept sollen perspektivisch digital verfügbar sein. Für Letzteres liegt der Gematik nach eigenen Angaben aber derzeit noch kein Auftrag vor. Noch nicht ganz ausgedient hat das Muster 16 (Rosa Rezept). Es wird in bestimmten Situationen wie etwa bei technischen Problemen sowie Haus- und Heimbesuchen auch weiterhin noch zum Einsatz kommen.

Schon im Rahmen der Expopharm Impuls hatte Gematik-Experte Neumann die E-Rezept-App im Oktober 2020 genauer vorgestellt und erklärt, wie die Nutzung der Anwendung für Patienten und Apotheker aussehen könnte. Das Video dazu sehen Sie hier:

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