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pAVK
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Gefahr für Beine, Herz und Hirn

Verengte Beinarterien bleiben oft lange unbemerkt. Wenn die Schaufensterkrankheit weiter voranschreitet, macht sie nicht nur längeres Gehen zur Qual – sie vervielfacht auch die Gefahr eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls.
AutorKontaktClara Wildenrath
Datum 22.08.2024  10:00 Uhr

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) gehört zu den am meisten unterschätzten Volkskrankheiten. Laut einer aktuellen Studie ist in Deutschland ein Viertel aller Männer und Frauen zwischen 45 und 74 Jahren betroffen; Schätzungen zufolge ist es bereits die Hälfte aller Frauen und Männer über 85 Jahren. Die meisten wissen jedoch nichts von ihrer Erkrankung. Und selbst diejenigen, bei denen sie diagnostiziert ist, nehmen sie häufig nicht ernst genug.

Definiert ist die pAVK als eine Durchblutungsstörung der Extremitäten – meist der Beine – infolge einer Arterienverengung (Stenose). Fast immer liegt eine Atherosklerose zugrunde. Die »Verkalkung« der Beingefäße bereitet lange keine Beschwerden (Tabelle). Nur etwa 10 bis 20 Prozent der Patienten leiden an belastungsabhängigen Muskelschmerzen, die zur sogenannten Claudicatio intermittens führen (unterbrochenes Hinken).

Dieses typische Symptom gab der Erkrankung ihren umgangssprachlichen Namen »Schaufensterkrankheit«: Stechende Schmerzen in den Waden, den Oberschenkeln oder im Gesäß zwingen die Betroffenen immer wieder zu Gehpausen – als wollten sie sich die Auslagen in einem Ladengeschäft ansehen. Weitere Folgen der Durchblutungsstörung können eine blasse, kühle Haut, verzögerte Wundheilung, langsam wachsende Zehennägel und Taubheitsgefühle sein.

Stadium Beschwerden
I asymptomatisch
IIa schmerzfreie Gehstrecke über 200 Meter
IIb schmerzfreie Gehstrecke unter 200 Meter
III ischämischer Ruheschmerz
IV Ulkus, Gangrän
Tabelle: Stadien der pAVK (nach Fontaine)

Weniger Durchblutung, weniger Sauerstoff

Ursache ist ein Sauerstoffmangel (Ischämie) der Beinmuskulatur. Bei vielen Patienten ist das betroffene Gefäß – eine Arterie im Ober- oder Unterschenkel und/oder im Bereich des Beckens – schon zu mehr als 90 Prozent verengt, wenn sich die typischen Beschwerden bemerkbar machen.

Verschlechtert sich die Sauerstoffversorgung weiter, schmerzen die Beine oft schon in Ruhe (Tabelle). Anders als beispielsweise bei einer Venenschwäche lindert das Hochlagern der Gliedmaßen die Beschwerden nicht, sondern verstärkt sie eher, weil die Durchblutung noch weiter absinkt. Im Endstadium der Erkrankung stirbt das unterversorgte Gewebe ab; es bilden sich Geschwüre (Ulzera) und Nekrosen (Gangrän).

Nur bei weniger als 5 Prozent der Erkrankten geht die pAVK nicht auf eine Atherosklerose, sondern auf eine andere Ursache zurück, etwa eine Entzündung, Verletzung oder angeborene Gefäßveränderung. Im Gegensatz zur »klassischen« Erkrankung machen sich diese Formen meist schon im jüngeren Lebensalter bemerkbar.

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