Pharmazeutische Zeitung online
Kammerversammlung Hessen

Funke: Schulungen für Apotheken-Impfungen sind ausgearbeitet

Covid-19-Impfung in Apotheken? Ja, sagte Hessens Kammerpräsidentin Ursula Funke bei der gestrigen Online-Delegiertenversammlung ihrer Landesapothekerkammer. Die dazu erforderlichen Schulungen und das Curriculum sind ausgearbeitet. Voraussetzung ist allerdings die gesetzliche Grundlage.
Elke Wolf
01.12.2021  08:48 Uhr

»Wir können und müssen der Impfkampagne mehr Drive verleihen«, zeigte sich Funke überzeugt. Der Ablehnung von Seiten der verfassten Ärzteschaft bezüglich der Ausweitung der Impfkampagne auf Offizinen und Zahnärzte könne man nur mit Unverständnis begegnen.

Wenn die Aufforderungen aus der Politik auch in einer gesetzlichen Grundlage münden, sei die Apothekerschaft gut vorbereitet und relativ kurzfristig bereit, Covid-19-Impfungen anbieten zu können, so Funke, die auch Vize-Präsidentin der Bundesapothekerkammer ist. Zuletzt hatten sich sowohl die Ministerpräsidenten in Absprache mit der Bundesregierung als auch die Gesundheitsminister der Länder fürs Boostern in der Apotheke ausgesprochen. Gemeinsam forderten sie den Bund auf, rechtliche Hürden aus dem Weg zu räumen. Sei das der Fall, gingen laut Funke vorbereitete Schulungsmaßnahmen und Curriculum sofort zur Abstimmung ins Robert-Koch-Institut und zum Paul-Ehrlich-Institut. Die Kammerpräsidentin betonte die Freiwilligkeit für die Apotheker, sich an der Impfkampagne zu beteiligen. Mehr Spielraum gäbe es, wenn die Impfungen nicht an die Offizin und ihre Öffnungszeiten gebunden seien. »Denkbar sind dann Impftermine auch außerhalb der Betriebszeiten oder das Anmieten anderer Räume, auch das Zusammentun mit einem Arzt als heilberufliches Tandem vor Ort«, machte Funke Vorschläge.

»Was Hessen betrifft, fangen wir jedoch bei Null an. Von Kammerseite werden wir alles tun, schnell zu schulen, aber wir werden bedeutend länger brauchen, da unsere Teilnehmer eine Komplettschulung benötigen«, gab die Kammerpräsidentin zu bedenken. Da in Hessen keine Modellprojekte in Sachen Grippeimpfung in Apotheken liefen, hat es auch keine Schulungen gegeben. Derzeit gebe es auf Bundesebene rund 2600 impfgeschulte Apotheker.

Für die Grippeimpfung-geschulten Apotheker ist derzeit eine Online-Zusatzschulung bezüglich Covid-19-Vakzine angedacht, während die »impfwaisen« Apotheker eine Komplettschulung mit Präsenzteil einschließlich Erster Hilfe und Notfallmaßnahmen erhalten. »Beim praktischen Teil geht die Überlegung derzeit dahin, dass sich die Apotheker in den Impfzentren oder auch von einem ortsansässigen Arzt schulen lassen.« Ob dann im weiteren Fortgang geschulte Apotheker selbst schulen können, sei noch nicht geklärt.

Seite12>

Mehr von Avoxa