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G-BA-Stellungnahme

FFP2-Masken für 27 Millionen Menschen mit hohem Corona-Risiko

Die geplante Abgabe günstiger FFP2-Schutzmasken an Menschen aus Coronavirus-Risikogruppen in diesem Winter wird konkreter. Der G-BA hat eine erbetene Eingrenzung der Gruppen mit Risiken für schwere und tödliche Verläufe erstellt. So sind insbesondere Personen ab 60 Jahre inkludiert, aber auch Krebspatienten, Personen, die an Übergewicht leiden, Demenzkranke oder etwa Risikoschwangerschaften.
dpa
PZ
25.11.2020  12:58 Uhr

Die Stellungnahme des Gemeinsamen Bundesausschusses, die am gestrigen Dienstag beschlossen wurde, soll nun Grundlage für eine Verordnung sein, mit der das Bundesgesundheitsministerium die konkrete Umsetzung regeln will. Ziel bleibe, mit der Ausgabe von Masken im Laufe des Dezembers zu beginnen, wie es hieß.

Insgesamt dürften zu der sogenannten Risikogruppe demnach 27,35 Millionen Menschen zählen, wie aus der Stellungnahme hervorgeht. Dazu zählen 23,7 Millionen Menschen ab 60 Jahre, etwa zwischen 188.000 und rund 260.000 Risikoschwangerschaften und 11,12 Millionen Personen, die an Übergewicht leiden. Darunter fallen 6,39 Millionen Personen unter 60 Jahren, die einen BMI von mehr als 30 haben. Auch Menschen mit anderen Vorerkrankungen werden vom G-BA aufgelistet. So wird geschätzt, dass es insgesamt 2,46 Millionen (darunter 247.000 unter 60 Jahren) Personen gibt, die an Herzinsuffizienz leiden. Zerebrovaskuläre Erkrankungen, insbesondere aufgrund eines Schlaganfalls, betreffen demnach 1,76 Millionen, davon ist ein Großteil über 60 Jahre alt. 4,6 Millionen Deutsche sind an Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt, davon sind 1,2 Millionen jünger als 60. An Demenz leiden 1 bis 1,5 Millionen Menschen über 65 Jahren. Aber auch Krebspatienten, die aktuell eine Chemo- oder Radiotherapie bekommen, sollen berücksichtigt werden. Dies sind aktuell 398.000 (darunter 165.000 unter 65 Jahren). Wer unter einer hohen Niereninsuffizienz leidet (81.000 Personen) wird ebenfalls in die Risikogruppe inkludiert. Patienten mit der Erkrankung COPD (2,63 Millionen) sowie Asthma-Patienten (4 Millionen, darunter auch viele Kinder und Jugendliche) sollen die Masken auch erhalten dürfen. Außerdem listet der G-BA Personen auf, die eine Organtransplantation hinter sich haben, dies sind rund 30.000 und etwa weitere 20.000 Personen nach einer Stammzelltransplantation.

Welche Personen und Vorerkrankungen zu den Risikogruppen gehören, die die Schutzmasken erhalten sollen, legte der G-BA mithilfe eines methodischen Vorgehens fest. 42 Reviews und Metaanalysen zu Risikofaktoren für einen schweren Covid-19-Verlauf wurden dabei laut G-BA berücksichtigt. Auch Informationen des Robert-Koch-Instituts sowie internationale Einrichtungen wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spielten eine Rolle für die Festlegung der Risikogruppen.

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