Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Remibrutinib
-
Erster BTK-Hemmer bei Urtikaria

Inhibitoren der Bruton-Tyrosinkinase (BTK) gibt es schon mehrere. Bislang war aber noch keiner zur Behandlung von Patienten mit chronischer spontaner Urtikaria verfügbar. Mit Remibrutinib ist nun der erste auf den Markt gekommen.
AutorKontaktAnnette Rößler
Datum 03.07.2026  07:00 Uhr
Signifikante Besserung aller Endpunkte

Signifikante Besserung aller Endpunkte

Remibrutinib wurde in den beiden identischen, randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studien REMIX-1 und REMIX-2 gegen Placebo getestet. Eingeschlossen waren insgesamt 925 erwachsene Patienten mit csU, die trotz Behandlung mit einem H1-Antihistaminikum der zweiten Generation symptomatisch blieben. Die Patienten wurden im Verhältnis 2:1 randomisiert und erhielten zunächst über 24 Wochen entweder zweimal täglich 25 mg Remibrutinib oder Placebo. Anschließend wurden alle Teilnehmenden 28 Wochen lang offen mit Remibrutinib weiterbehandelt.

Der primäre Endpunkt war die Veränderung auf dem Urtikaria-Aktivitäts-Score (UAS7) von Baseline bis Woche 12. Auf dieser Skala von 0 bis 42 starteten die Patienten im Mittel bei 30,28 (REMIX-1) beziehungsweise 29,99 (REMIX-2). Nach zwölf Wochen hatte sich der UAS7 in der REMIX-1-Studie unter Remibrutinib um 20,02 Punkte verringert und in der REMIX-2-Studie um 19,41 Punkte. Der Unterschied zu Placebo war mit 6,22 Punkten beziehungsweise 7,68 Punkten in beiden Studien statistisch signifikant.

Bei den sekundären Endpunkten wurden mithilfe verschiedener anderer Scores Urtikaria-Symptome wie Juckreiz, Nesselsucht und Angioödeme gesondert erfasst. Es zeigten sich auch hier statistisch signifikante und klinisch bedeutsame Vorteile für Remibrutinib im Vergleich zu Placebo. Diese waren über alle Subgruppen hinweg vorhanden, also auch bei Patienten, die zuvor mit einem Anti-IgE-Biologikum wie Omalizumab behandelt worden waren, und unabhängig vom IgE-Gesamtspiegel.

Die häufigsten Nebenwirkungen unter Remibrutinib sind Infektionen der oberen Atemwege wie Nasopharyngitis und Influenza. Häufig kommt es darüber hinaus zu mukokutanen Blutungen, Herpesinfektionen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Fieber, Bauch- und Rückenschmerzen.

Mehr von Avoxa