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Brutonkinase-Hemmer
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Remibrutinib bei Urtikaria zugelassen

Die EU-Kommission hat das Remibrutinib-haltige Arzneimittel Rhapsido® 25 mg Filmtabletten zugelassen. Wie Hersteller Novartis meldet, darf es für die Behandlung der chronischen spontanen Urtikaria bei erwachsenen Patienten, die auf eine Behandlung mit H1-Antihistaminika nicht ausreichend ansprechen, zum Einsatz kommen.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 28.04.2026  13:45 Uhr

Die chronische spontane Urtikaria (CSU) ist eine Hauterkrankung, von der weltweit schätzungsweise etwa 40 Millionen Menschen betroffen sind. Sie manifestiert sich am häufigsten im Alter zwischen 20 und 40 Jahren und ist gekennzeichnet durch das plötzliche Auftreten von juckenden Quaddeln und/oder Angioödemen zum Beispiel im Gesicht, am Hals, an den Händen und an den Füßen. Die Lebensqualität der Betroffenen kann deutlich eingeschränkt sein.

Remibrutinib ist ein hochselektiver, oral verfügbarer Hemmer der Brutonkinase (BTK). Die Aktivierung der BTK-Signalkaskade führt bei CSU zur Ausschüttung von Histamin und proinflammatorischen Mediatoren, was zu Quaddelbildung und Schwellungen führt. Durch die Blockade von BTK wird das verhindert.

In zwei randomisierten und placebokontrollierten Doppelblindstudien der Phase III konnte Remibrutinib seine Wirksamkeit unter Beweis stellen. Der Wirkstoff zeigte in Woche 12 im Vergleich zu Placebo eine Überlegenheit hinsichtlich der Veränderung gegenüber dem Ausgangswert bei Juckreiz, Nesselsucht und der wöchentlichen Urtikaria-Aktivität (UAS7). Die empfohlene orale Dosierung beträgt zweimal täglich 25 mg. Die häufigsten beobachteten Nebenwirkungen von Rhapsido sind Infektionen der oberen Atemwege.

Remibrutinib ist bereits in die Internationale Leitlinie 2026 zur Definition, Klassifizierung, Diagnose und Behandlung von Urtikaria aufgenommen worden. Darin plädiert man für die Anwendung von Remibrutinib als Zusatztherapie bei CSU-Patienten, die auf hohe Dosen von H1-Antihistaminika der zweiten Generation nicht ansprechen.

Remibrutinib wird übrigens auch als Therapieoption bei anderen immunvermittelten Erkrankungen, etwa Hidradenitis suppurativa und Nahrungsmittelallergien, untersucht.

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