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Akute Otitis media
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Erst abwarten, dann Antibiotika

Zwiebelsäckchen, Rotlicht oder Ohrentropfen sind von Eltern gern genutzte Ersthelfer, wenn es um das Selbstmanagement einer Mittelohrentzündung ihrer Kinder geht. Die Schulmedizin setzt vielmehr auf Analgetika. Abwarten heißt es dagegen bei Antibiotika. Sie sind oft nicht und schon gar nicht sofort erforderlich.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 18.08.2026  09:00 Uhr

Amoxicillin erste Wahl

Sofern Antibiotika überhaupt indiziert sind, nennen die Leitlinienautoren Amoxicillin an erster Stelle. Große Datensätze für die kindliche akute Otitis media hätten gezeigt, dass »nach der schmalen Erstlinientherapie mit Amoxicillin seltener Therapieversagen und/oder Rezidive auftreten als nach Initialtherapie mit einer Amoxicillin-Clavulansäure-Kombination, Cephalosporinen und Azithromycin«. Auch die insgesamt gute Verträglichkeit und der geringe Resistenzselektionsdruck sprächen für Amoxicillin als Antibiotikum der ersten Wahl bei akuten Otitiden.

Bei Erregern mit erhöhter Betalactamase-Aktivität wie Hämophilus, Streptococcus pneumoniae oder Moraxella ist mit Clavulansäure zu kombinieren. Bei Penicillinallergie sollte der Arzt auf Makrolide wie Erythromycin oder Azithromycin ausweichen. Neben den Breitbandpenicillinen bieten sich orale Cephalosporine wie Cefuroxim, Cefaclor oder Cefixim an.

Im Beratungsgespräch sind die Eltern darüber zu informieren, dass auch die sofortige Gabe eines Antibiotikums keinen Einfluss auf die Schmerzreduktion hat. Die begleitenden Schmerzmittel sind deshalb angezeigt, da sich die Schmerzdauer durch Antibiotika nicht wesentlich verkürzen lässt, lediglich von 3,3 auf 2,8 Tage, wie eine Studie zeigt. Auf keinen Fall hat eine Antibiotikabehandlung Einfluss auf die Schmerzstärke in den ersten 24 Stunden.

Drei bis vier Wochen nach Therapiebeginn sollten die Eltern einen Nachsorge-Termin wahrnehmen, bei dem auch die Überprüfung des Hörvermögens auf dem Programm steht. Der Erguss, der sich hinter dem Trommelfell gebildet hat, braucht etwa drei bis vier Wochen, um abzufließen. Solange bleibt auch die Hörminderung bestehen.

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