Gleichzeitig werde ein Teil der positiven Effekte durch neue gesetzliche Belastungen relativiert. Das GKV-Spargesetz sieht vor, dass Apotheken künftig einen größeren Teil ihres Honorars an die gesetzlichen Krankenkassen zur Stabilisierung der GKV-Finanzen abführen müssen. »Dass das Honorar endlich angehoben wurde, ist ein wichtiger Schritt nach vorne«, sagt Hoffmann. »Wenn jetzt aber auf der anderen Seite die Honorarerhöhung wieder abgezweigt wird, droht der Effekt zu verpuffen«, warnt er jedoch. »Für viele Betriebe bleibt die wirtschaftliche Perspektive damit unsicher.«
Die Anforderungen an das Gesundheitssystem wachsen weiter. Insbesondere vor dem Hintergrund einer älter werdenden Bevölkerung gewinnt die Primärversorgung zunehmend an Bedeutung. Apotheken können hier nach Einschätzung der AKNR einen wichtigen Beitrag leisten, um das System zu entlasten. »Apotheken sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesundheitsversorgung – in der Stadt wie auf dem Land«, betont Hoffmann. »Damit das auch in der Zukunft so bleibt, brauchen die Betriebe verlässliche Rahmenbedingungen und echte wirtschaftliche Planungssicherheit.«
Was die Ärzteschaft von den neuen Kompetenzen für Apotheken hält, diskutierte PZ-Chefredakteur Alexander Müller mit KBV-Chef Andreas Gassen in der aktuellen Folge von »Alex’ Doppelte Dosis«.