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Insomnien
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Endlich wieder durchschlafen

Wer weniger schläft, hat mehr nutzbare Zeit zur Verfügung. Meint man – doch diese Rechnung geht nicht auf. Ständiger Schlafmangel stellt eine körperliche und seelische Belastung dar. Bei Schlafstörungen ist daher eine Behandlung wichtig. Mittel der Wahl ist eine Verhaltenstherapie. Kurzzeitig können Hypnotika helfen.
AutorKontaktNicole Schuster
Datum 09.09.2021  11:00 Uhr

Schlafmangel hat Folgen

Ein gesunder Nachtschlaf besteht aus zwei Phasen: dem Non-REM-Schlaf (non rapid eye movement), also einer Schlafphase ohne schnelle Augenbewegungen, und dem REM-Schlaf (rapid eye movement), der durch schnelle Augenbewegungen gekennzeichnet ist. Während Träumen hauptsächlich im REM-Schlaf stattfindet, schüttet der Körper in der Phase des Non-REM-Schlafs Wachstumshormone aus der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) aus, was zur nächtlichen Regeneration des Körpers beitragen könnte. Pro Nachtschlaf werden vier bis fünf Schlafzyklen durchlaufen, die jeweils etwa 90 Minuten dauern.

Das Schlafbedürfnis ist individuell unterschiedlich und hängt auch vom Alter ab. Ältere Menschen brauchen in der Regel etwas weniger Schlaf als Jüngere.

Schlafen Menschen längere Zeit schlecht oder zu wenig, wirkt sich das massiv auf die Leistungsfähigkeit, Lebensqualität und Gesundheit aus. Schlafmangel beeinträchtigt die Gehirnfunktion, was Aufmerksamkeits- und Gedächtnisprobleme zur Folge hat. Auch das Ess- und Risikoverhalten verändern sich und eine erhöhte Reizbarkeit stellt sich ein (7, 8). Insomnien erhöhen laut der S3-Leitlinie »Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen – Insomnie bei Erwachsenen« (Stand 2017) sogar das Risiko für chronische Erkrankungen wie Hypertonie, Herzerkrankungen und Diabetes. Zudem besteht ein wechselseitiger Zusammenhang zwischen Insomnien und psychischen Erkrankungen wie Depression, Angststörungen und Substanzmissbrauch (9).

Noch recht wenig beachtet wird, dass auch das Lymphsystem wichtige Aufgaben im Schlaf erfüllt. Es transportiert überschüssige Flüssigkeit und nicht mehr benötigte Stoffe wie Proteine aus den Geweben und Organen ab. Auch aus dem Gehirn entfernt der Körper auf diese Weise Schadstoffe. Letztere Funktion scheint mit zunehmendem Alter abzunehmen, was möglicherweise erklären könnte, dass neurodegenerative Erkrankungen wie Morbus Alzheimer im Alter verstärkt zutage treten (7, 10).

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