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Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Empfehlungen für die Medikation in der Schwangerschaft

Auch Diuretika sollten nur mit Vorsicht eingesetzt werden, da sie das maternale Blutvolumen reduzieren können, was wiederum eine eingeschränkte uteroplazentare Perfusion und letztlich eine fetale Wachstumsrestriktion verursachen kann. »Diese Kette muss nicht so laufen, aber wir sind vorsichtig«, sagte Paulus. Umfassende Erfahrungen gebe es mit Hydrochlorothiazid und Furosemid. Mit diesen Wirkstoffen seien keine besonderen Fehlbildungen beschrieben, aber die Langzeitanwendung könne das Wachstum beeinträchtigen.

Unterschiedliche Erfahrungswerte gibt es Paulus zufolge auch bei den Thrombozytenaggregationshemmern. Pränatalmediziner seien sehr gut mit niedrig dosierter Acetylsalicylsäure (ASS) vertraut, weil diese in der Präeklampsie-Prophylaxe eingesetzt wird. Ein Risiko für einen vorzeitigen Verschluss des Ductus arteriosus sei bei niedriger ASS-Dosis nicht zu befürchten.

Clopidogrel sei bei Weitem nicht so umfangreich bei Schwangeren untersucht wie niedrig dosierte ASS, aber es gebe keine Hinweise auf Komplikationen. Neuere Thrombozytenaggregationshemmer, etwa Prasugrel, Ticagrelor und Ticlopidin, seien wegen fehlender Erfahrungen bislang nicht zu empfehlen.

Paulus machte auf eine Leitlinie der europäischen Kardiologiegesellschaft zum Management kardiovaskulärer Erkrankungen während der Schwangerschaft aufmerksam, die viele weitere Informationen zur Arzneimitteltherapie beinhaltet.

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