Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

EU-Pläne
-
Einfachere Anerkennung ausländischer Abschlüsse

Die Europäische Kommission will die Anerkennung von Berufsqualifikationen innerhalb der EU vereinfachen und digitalisieren. Neue Regelungen sollen auch die Anerkennung von Abschlüssen aus Drittstaaten erleichtern. Was die Vorschläge für Apothekerinnen und Apotheker bedeuten.
AutorKontaktPZ
Datum 29.10.2026  10:00 Uhr

Kritik am Anerkennungsautomatismus

Ein weiterer Richtlinienvorschlag soll erstmals einen EU-weiten Mindestrahmen für die Anerkennung von Berufsqualifikationen von Drittstaatsangehörigen schaffen. Bisher folgen diese Anerkennungsverfahren rein nationalen Regeln. Die Richtlinie soll insbesondere den Zugang zu reglementierten Berufen erleichtern und die Anerkennung von Qualifikationen stärker mit Verfahren zur Erteilung von Visa und Aufenthaltstiteln verzahnen. Neben einem allgemeinen Verfahren mit möglichen Ausgleichsmaßnahmen wie Eignungsprüfungen oder Anpassungslehrgängen ist eine automatische Anerkennung bestimmter Abschlüsse vorgesehen. Voraussetzung dafür ist unter anderem, dass das zugrunde liegende Ausbildungsprogramm von einer anerkannten unabhängigen Qualitätssicherungsagentur geprüft wurde und die Qualifikation digital nachgewiesen wird. Für Apothekerinnen und Apotheker müssen die harmonisierten EU-Mindestanforderungen an die Ausbildung erfüllt sein.

Aus Sicht der ABDA ist dieser Anerkennungsautomatismus besonders prüfungsbedürftig. »Die positive Bewertung des Ausbildungsprogramms führt grundsätzlich dazu, dass die darauf beruhenden Qualifikationen von allen Mitgliedstaaten automatisch anzuerkennen sind«, so die ABDA. »Derzeit ist insbesondere noch unklar, ob das Verfahren hinreichend gewährleistet, dass die konkreten Ausbildungsprogramme dauerhaft die erforderliche Qualität aufweisen.«

Mehr von Avoxa