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Gesünder als gedacht
Eine Neupositionierung von Kaffee und Koffein

Generelle Sterblichkeit

Der Konsum von 2 bis 5 Tassen Kaffee (koffeinhaltig oder koffeinfrei) pro Tag wurde in Kohortenstudien auf der ganzen Welt und bei Personen europäischer, afroamerikanischer und asiatischer Abstammung mit einer verminderten Sterblichkeit in Verbindung gebracht. Bei einem Konsum von mehr als 5 Tassen Kaffee pro Tag verschwand dieser Effekt.

Auswirkungen der Koffeineinnahme während der Schwangerschaft

In prospektiven Studien wurde ein höherer Koffeinkonsum mit einem niedrigeren Geburtsgewicht und einem höheren Risiko eines Schwangerschaftsverlustes in Verbindung gebracht.

Koffein passiert leicht die Plazenta, und der langsame Koffeinstoffwechsel bei der Mutter und dem Fetus kann zu hohen Koffeinspiegeln führen. Diese können eine uteroplazentare Vasokonstriktion und Hypoxie induzieren, indem Koffein die Katecholaminspiegel im Blut der Mutter und des Fötus erhöht. Assoziationen mit niedrigem Geburtsgewicht wurden sowohl für Kaffee als auch für Tee (in einer überwiegend Tee trinkenden Bevölkerung) beobachtet und zeigen eine Dosis-Wirkungs-Beziehung ohne klaren Schwellenwert. Obwohl keine schlüssigen Beweise für schädliche Wirkungen von Koffein auf die fetale Gesundheit vorliegen, empfiehlt es sich, den Koffeinkonsum während der Schwangerschaft vorsichtshalber auf maximal 200 mg pro Tag zu begrenzen.

Zusammenfassung

Zahlreiche Belege deuten darauf hin, dass der Konsum von koffeinhaltigem Kaffee das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs nicht erhöht. Tatsächlich wurde der Konsum von 3 bis 5 Tassen Kaffee täglich durchweg mit einem verringerten Risiko für verschiedene chronische Krankheiten in Verbindung gebracht. Eine Tasse enthält etwa  80 bis 100 mg Koffein.

Ein hoher Koffeinkonsum kann jedoch auch verschiedene nachteilige Wirkungen haben, sodass Grenzwerte von 400 mg Koffein pro Tag für Erwachsene empfohlen werden, wobei Schwangere und Stillende den Konsum auf 200 mg pro Tag beschränken sollten. Aufgrund von interindividuellen Schwankungen im Stoffwechsel und der Empfindlichkeit gegenüber Koffein kann in Einzelfällen eine niedrigere oder etwas höhere Menge angemessen sein.

Derzeitige Erkenntnisse rechtfertigen nicht die Empfehlung, Koffein oder Kaffee zur Krankheitsvorbeugung zu konsumieren. Andererseits kann bei Erwachsenen, die nicht schwanger sind oder stillen und die keine spezifischen Gesundheitsprobleme haben, ein mäßiger Kaffee- oder Teekonsum durchaus Teil eines gesunden Lebensstils sein.

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