Anfangs sei der Mann sehr geschwächt gewesen und habe typische Symptome einer Ebolavirus-Infektion gezeigt, so die Klinik. Zudem habe er eine hohe Viruslast aufgewiesen. Im Zuge einer kombinierten antiviralen Therapie und weiteren begleitenden medizinischen Maßnahmen hätten sich die Krankheitszeichen bereits im Verlauf der ersten Woche deutlich zurückgebildet. Sein Zustand habe sich kontinuierlich gebessert, die Laborwerte normalisiert.
»Wir sind sehr erfreut über den erfolgreichen Behandlungsverlauf und werten diesen als bedeutenden therapeutischen Erfolg«, sagte der Direktor der Klinik für Infektiologie und Intensivmedizin der Charité, Leif Erik Sander. »Die Sonderisolierstation der Charité hat sich einmal mehr als unverzichtbarer Baustein in der Bewältigung hochpathogener Infektionen erwiesen.«
Der Ebola-Ausbruch im Kongo und in Uganda ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch weit davon entfernt, unter Kontrolle zu sein.
Laut WHO wurden im Kongo bislang 488 bestätigte Fälle gemeldet, darunter 86 Todesfälle. Im Nachbarland Uganda sind demnach 19 Fälle und zwei Todesfälle bestätigt worden.
Um die Ausbreitung der Viruskrankheit zu stoppen, ist es laut WHO nötig, 90 Prozent aller Menschen, die mit einer mit Ebola infizierten Person in Kontakt waren, zu ermitteln und beobachten. Derzeit liege die Kontaktverfolgung bei rund 45 Prozent.
Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, betonte in dieser Woche, wie schwierig es sei, die Kontakte von Infizierten zu isolieren und zu überwachen. Zudem müsse noch mehr getan werden, um das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen, damit Kranke sich melden und in den Behandlungszentren bestmöglich versorgt werden können. Misstrauen, Aberglaube und Desinformation hält viele Menschen davon ab, sich oder ihre Angehörigen behandeln zu lassen.
Das tödliche Virus hatte sich wahrscheinlich schon wochenlang in der Provinz Ituri an der Grenze zu Uganda und im Südsudan ausgebreitet, bevor es Mitte Mai entdeckt wurde. Der Bundibugyo-Typ des Ebolavirus war mit herkömmlichen Tests nicht erkannt worden. Die WHO treibt nach eigenen Angaben die Entwicklung von Impfstoffen und Therapeutika für den Virustyp voran.
In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einer Ebola-Epidemie in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben. Beim zweitschwersten erfassten Ausbruch von 2018 bis 2020 im Ostkongo starben rund 2300 Menschen.