Die Reaktionen auf Überlastung können dabei individuell verschieden sein:
Ein weit verbreiteter Irrtum: Burn-out sei allein ein Problem der Arbeitswelt. »Burn-out hat nicht nur mit dem Beruf zu tun«, stellt Langs klar. Als Beispiel nennt er alleinerziehende Mütter und Väter: »Sie wollen gute Eltern sein, wollen gute Arbeit machen, schlafen zu wenig - und irgendwann geht es einfach nicht mehr.« Verstärkt werde das Risiko durch einen hohen Anspruch an sich selbst sowie großen gesellschaftlichen Druck.
Der Weg zur Diagnose ist allerdings häufig nicht einfach. Denn: Menschen, die zum Burn-out neigen, akzeptieren oft lange nicht, dass es ihnen schlecht geht. »Es darf einem nicht schlechtgehen, weil man ja leistungsfähig sein muss«, beschreibt Langs typische Gedankenmuster. »Hilfe holen ist ohnehin schwierig - weil es als Schwäche gilt. Manchmal muss es erst richtig knallen, bis endlich Hilfe geholt wird.«
Am Anfang jeder Genesung steht für Langs deshalb eine simple, aber oft schwere Erkenntnis: »Man muss sich eingestehen, dass es zu viel ist - und dass es auch in Ordnung ist, dass es zu viel ist.« Wer das geschafft hat, hat den entscheidenden Schritt getan.