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Psychische Beschwerden
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Wann eine Psychotherapie sinnvoll ist

Erholung bleibt aus, Ängste engen ein oder innere Leere ist zum Dauerzustand geworden? Schränken psychische Leiden den Alltag ein, sollte man sich Hilfe holen. Über Warnzeichen – und erste Schritte.
AutorKontaktdpa
Datum 26.06.2026  15:00 Uhr
Wann eine Psychotherapie sinnvoll ist

Verabredungen mit Freundinnen wecken keinerlei Glücksgefühle mehr, sondern fühlen sich egal an. Unterwegs schlägt das Herz immer wieder wie wild, begleitet von Schweißausbrüchen und Angstgedanken. Wer das Gefühl hat, das die eigene Psyche aus der Balance geraten ist, fragt sich: Ist das nur eine Phase – oder schon mehr, sodass ich mich um einen Psychotherapieplatz bemühen sollte?

Wie so oft gilt: Die eine Antwort, die für alle gilt, gibt es nicht. »Entscheidend sind die Art der Beschwerden, ihre Dauer und die Frage, wie stark sie den Alltag beeinflussen«, so Dr. Jochen von Wahlert, Facharzt für psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Faustregel: Wenn die Beschwerden den Alltag einschränken und einen Leidensdruck mit sich bringen, gibt das Anlass, sich nach professioneller Hilfe umzuschauen.

Beispiel 1: Erschöpfung

Stressige Phasen, die einen auslaugen, kennt jeder. Doch wann droht die Lage in Richtung Burn-out zu kippen? Kritisch wird es, wenn Wochenende und Urlaub kaum noch Erholung bringen, nennt Jochen von Wahlert ein Alarmzeichen. Auch wenn man über Monate das Gefühl hat, die Tage einfach nur abzuarbeiten, sollte man das ernst nehmen – und sich Unterstützung holen.

Dann kann eine Psychotherapie helfen, Verhaltensmustern hinter Stress und Erschöpfung auf die Spur zu kommen: »Warum fällt Neinsagen so schwer? Weshalb bleiben die eigenen Bedürfnisse ständig zurück?«, zählt der Facharzt von der Psychosomatischen Privatklinik Bad Grönenbach auf.

Beispiel 2: Traurigkeit und Trauer

Traurigkeit ist eine Emotion, die zum Leben dazugehört. Eine Depression geht jedoch weit über bloße Traurigkeit hinaus: Gesellen sich regelmäßig innere Leere, fehlender Antrieb, starke Selbstzweifel, Grübelschleifen oder Schlafstörungen hinzu, kann das für eine Depression sprechen. Erste Orientierung kann auch ein Selbsttest der Deutschen Depressionshilfe bringen.

Aber auch nach einem schweren Verlust kann Psychotherapie helfen, Trauer zu verarbeiten, emotionale Belastungen zu lindern und den Weg zurück in den Alltag zu finden – insbesondere bei komplizierten oder langanhaltenden Trauerreaktionen.

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