Und wie geht es dann weiter? Langs empfiehlt ein schrittweises Vorgehen: Hat der Burn-out nicht nur berufliche Auslöser, empfiehlt Langs zum Beispiel in der Familie zu besprechen, was die Ursachen für die hohe Belastung sind und ob sich Aufgaben besser aufteilen lassen: »Muss der Rasen immer perfekt gemäht sein? Wenn ja, kann das nicht jemand anderes machen? Es sind oft Kleinigkeiten, die schon entlasten.«
Daneben ist die Hausarztpraxis die passende Anlaufstelle. Für eine erste Einschätzung und auch, um mögliche körperliche Ursachen abzuklären. Bei ausgeprägter Erschöpfungsdepression können Betroffene sich dort eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigen lassen. Auch ein Blick auf den Schlaf kann hilfreich sein. Unter Umständen können schlafanstoßende Medikamente Betroffenen wieder zu besserem Schlaf verhelfen, so Langs.
Eine psychotherapeutische Behandlung sei ebenfalls sinnvoll und hilfreich, auch wenn die Wartezeiten hier oft lang sind. Bei der Art der Therapie gilt es aber auch die individuellen Lebensumstände zu berücksichtigen. Wer zum Beispiel familiär ohnehin schon voll eingespannt ist, fühle sich unter Umständen durch eine ambulante Therapie noch mehr belastet, gibt Langs zu bedenken.
Etwa, weil Hin- und Rückfahrt sowie die Sitzungen an sich zusätzlich viel Zeit kosten. »Manchmal ist eine stationäre Auszeit sinnvoller. Dann wirklich aus dem Alltag herausgehen - und nach außen signalisieren: Ich brauche jetzt eine Auszeit«, so der Facharzt.