Ein Burn-out ist nicht an den Job gebunden. Auch ein stressiges Privatleben kann zu einem Burn-out führen. Umso wichtiger ist es, Anzeichen früh zu erkennen. / © Getty Images/Mariia Vitkovska
»Du landest noch im Burn-out, wenn du so weitermachst«: Viele kennen den Begriff Burn-out als Folge von Stress und Überlastung. Aber was steckt eigentlich hinter diesem Ausgebranntsein? Und wie kann man Warnzeichen erkennen?
Burn-out an sich ist keine eigenständige psychische Erkrankung, sondern ein Syndrom. Eine Gruppe von Symptomen, die häufig zusammen auftreten und den Gesundheitszustand beeinflussen.
Ein Burn-out entwickelt sich in der Regel schleichend, oft über mehrere Jahre. »Es gibt den Burn-out-Prozess und das Burn-out-Syndrom«, sagt Dr. Gernot Langs, Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin. »Der Prozess umfasst je nach Einteilung fünf bis zehn Stufen.«
Laut Langs ist das Burn-out-Syndrom »im Prinzip eine Erschöpfungsdepression«. Tatsächlich können sich beide Zustände stark ähneln und ineinandergreifen, hinter einem Burn-out kann sich auch eine Depression verstecken. Burn-out ist dabei jedoch zunächst an äußere Belastungen geknüpft, während eine Depression auch ohne solche Auslöser entstehen kann. Medizinisch gilt Burn-out weiterhin als Zusatzdiagnose, keine eigenständige psychiatrische Kategorie, ist aber etwa in der Reha durchaus anerkannt.
Nicht jede anstrengende Phase im Leben muss gleich ein Burn-out sein. Gewisser Stress sei normal und sogar notwendig, sagt Langs, Ärztlicher Direktor der Schön Klinik Bad Bramstedt.
Es gibt aber Warnsignale, die Betroffene ernst nehmen sollten: »Die Einschränkung der Lebensqualität ist immer der entscheidende Faktor. Wenn sie dauerhaft vorhanden ist, muss man etwas tun«, sagt Langs.
Das Problem: Betroffene erkennen meist nur schwer, wie ausgebrannt sie womöglich schon sind. Typische Warnsignale - seien es psychische oder körperliche Stresssymptome - werden lange ignoriert oder nicht als solche akzeptiert. Oft ist es daher das Umfeld, dem Veränderungen auffallen. »Die Umgebung merkt es zuerst, wenn jemand immer reizbarer wird - die Lunte wird kürzer«, so der Facharzt.