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Coronavirus-Impfzentren

Diese Länder verzichten auf die Mithilfe von Apothekern und PTA

Für die Impfzentren in Nordrhein-Westfalen ist die Zuständigkeit der verschiedenen Aufgabengebiete klar geregelt. Laut einem Sprecher des Gesundheitsministeriums hat das Land die Apothekerkammern Nordrhein und Westfalen-Lippe zwar mit der »Organisation der erforderlichen Rekonstitution des Impfstoffs in den Impfzentren des Landes beauftragt«. Somit übernimmt im bevölkerungsreichsten Bundesland pharmazeutisches Personal die Vorbereitung der Impfstoffe in den Impfzentren. Allerdings sind die insgesamt 53 Impfzentren in Nordrhein-Westfalen noch nicht geöffnet, erst ab Anfang Februar kann dort auch Personen ab 80 Jahren, die zuhause wohnen, ein Impfangebot gemacht werden. Und: Für die mobilen Impfteams sind die Zuständigkeiten nicht klar geregelt. Die Kammern Nordrhein und Westfalen-Lippe sind hier nicht für die Rekonstitution der Impfstoffe zuständig. Das bedeutet, dass hier vor allem ärztliches Personal und MFAs für die Vorbereitung der Impfstoffe verantwortlich sind. Allerdings kommt es auf lokaler Ebene auch zu Kooperationen zwischen Ärzten und Apothekern und PTA, die in manchen Pflegeheimen bei der Rekonstitution mithelfen.

Auch keine klare Regelung gibt es in Baden-Württemberg. Dort heißt es zwar vonseiten des Sozialministeriums, dass kein pharmazeutisches Personal für das Anmischen der Impfstoffe beteiligt ist, allerdings stieß die PZ bei Recherchen auch auf Impfzentren, die Apotheker und PTA einsetzen, wie beispielsweise das zentrale Impfzentrum des Klinikums Stuttgart in der Liederhalle. Dort wird hauseigenes Personal der Krankenhausapotheke eingesetzt. Auch im Impfzentrum Freiburg ist Leiter Frank Uekermann zufolge Apothekenpersonal für die Vorbereitung der Impfstoffe verantwortlich. Dies ist laut Sprecher des Sozialministeriums damit zu erklären, dass die Vorbereitung hauptsächlich von mehr als 8000 Ärzten und 7000 MFAs übernommen werde, es sich aber auch vereinzelt andere Freiwillige wie etwa Apotheker bei der Mitarbeit gemeldet hätten.

In Mecklenburg-Vorpommern und in Sachsen-Anhalt gibt es dazu keine landesweiten Regelungen. Die Personalhoheit für die Impfzentren und mobilen Impfteams trägt demnach nicht das Bundesland, sondern die jeweiligen Landkreise und kreisfreien Städte, heißt es von den jeweils zuständigen Ministerien.

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