Die Frau, die man(n) liebt, geht durch die Wechseljahre. Das kann Beziehungen belasten – nicht nur beim Thema Sex. / © Adobe Stock/LIGHTFIELD STUDIOS
Setzen die Wechseljahre ein, haben nicht nur Frauen oft den Eindruck: »Hilfe, was ist hier gerade los?« Ihren Partnern geht es oft genauso, wie die
Viele Männer haben lediglich ein vages Verständnis der Wechseljahre. Dass die hormonelle Umstellung gerne mal Hitzewallungen im Gepäck hat? Davon hat man(n) gehört. Aber Stimmungsschwankungen, innere Unruhe, Schlafstörungen, Gelenkschmerzen, Konzentrationsprobleme, Ängstlichkeit? Sie kommen für Partner oft unerwartet.
All das kann das Miteinander in einer Beziehung vor Herausforderungen stellen. Eine ungewohnt ruppige Antwort, ein unerklärlicher Rückzug, keine Lust mehr auf Sex: »Männer haben schnell Angst, etwas falsch gemacht zu haben, weil sie das Verhalten ihrer Frau nicht mehr verstehen können«, sagt Gynäkologin und Autorin Dr. Nina Bock. Im schlechtesten Fall beziehen sie das Verhalten auf sich, nehmen es persönlich, reagieren gekränkt und gereizt. Die Folge? Dicke Luft.
Der Schlüssel, um solche Situationen zu vermeiden: Wissen. Die Gynäkologin legt Männern ans Herz, sich darüber zu informieren, was im Zuge der Wechseljahre im weiblichen Körper passiert – und wie sich diese hormonellen Umstellungen bemerkbar machen können.
So fällt es deutlich leichter, den Auswirkungen der Wechseljahre mit Gelassenheit zu begegnen – und zum Beispiel auch eine Flaute im Bett nicht auf sich selbst zu beziehen. »Dahinter können eine nachlassende Libido durch einen Testosteronmangel, Scheidentrockenheit oder Schmerzen beim Sex stecken«, zählt Bock mögliche Gründe auf.
Wissen um die Wechseljahre schafft zuletzt auch eine Grundlage, um offen über sie sprechen zu können. Aus Gesprächen mit Patientinnen weiß Bock, dass die Wechseljahre in vielen Partnerschaften der Elefant im Raum sind – präsent, aber in Schweigen gehüllt.
Partner können noch mehr tun: Raum für Erholung schaffen etwa. In den Wechseljahren läuft das Leben mit vollem Tempo weiter: Job, Familie, Haushalt, vielleicht die Pflege eines Elternteils. Doch Schlafstörungen und Co. führen dazu, dass Frauen in den Wechseljahren oft weniger Energie haben. Die Expertin rät Männern daher, ihre Partnerin zu fragen, wie sie sie am besten unterstützen können – etwa nach dem Motto: »Ich sehe, dass es dir gerade nicht gut geht. Wie kann ich dich heute entlasten?«
Nicht zuletzt sind die Wechseljahre oft eine Zeit, in der Frauen ihre Lebensgewohnheiten umstellen. Ein Beispiel: Mehr Bewegung ins Leben holen, um etwa dem steigenden Osteoporose-Risiko oder einer Gewichtszunahme etwas entgegenzusetzen. Bock rät dazu, diese Veränderungen gemeinsam anzugehen. »Davon, zweimal in der Woche ins Fitnessstudio zu gehen, profitiert auch die Gesundheit des Mannes.«