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75 Jahre BPI
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Die umkämpfte Rolle der Arzneimittelherstellung

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) wird 75 – ein Anlass für die Festrednerinnen und -redner, die Rolle der Industrie für Versorgungssicherheit und Innovation zu beleuchten. Der BPI-Vorsitzende Oliver Kirst forderte stabile Rahmenbedingungen für »eine der letzten Zukunftsbranchen des Landes«.
AutorKontaktAlexander Müller
Datum 11.06.2026  11:21 Uhr

BÄK-Präsident Reinhardt: Patientennutzen im Fokus

Der scheidende Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), Josef Hecken, lobte, dass sich der BPI auch für die Sicherheit der Patienten eingesetzt habe. Auch wenn BPI und G-BA gegensätzliche Auffassungen hätten, teilten beide das Interesse an fairen Rahmenbedingungen für eine gute Arzneimittelversorgung. Der G-BA müsse auf Kosten achten, die Industrie habe naturgemäß oft andere Auffassungen. Man habe sich aber stets auf ein »faires, konstruktives, belastbares Miteinander« verlassen können.

Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), nannte das Jubiläum ein Zeichen für eine »beeindruckende Entwicklung« und die nachhaltige Stärkung des Pharmastandorts Deutschland. Die Pharmaindustrie übernehme Verantwortung für die Patientinnen und Patienten und deren Zugang zu wirksamen und innovativen Arzneimitteln. Beim medizinischen Fortschritt müsse stets der Patientennutzen im Fokus stehen. Produktionskapazitäten und Anbietervielfalt müssten erhalten werden.

Es gelte, strategische Abhängigkeiten zu reduzieren. Reinhardt betonte zudem die Bedeutung stabiler Selbstverwaltungsstrukturen. Hier würden Lösungen nicht allein staatlich vorgegeben, sondern entstünden aus der Praxis heraus, unterstrich der BÄK-Präsident.

BfArM: Wichtiger Austausch zu Lieferengpässen

Thomas Sudhop, Leiter der Abteilung 10 »Informationstechnik / Klinische Prüfung« beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), lobte den Austausch beim anhaltenden Problem der Lieferengpässe, die kein Randthema mehr seien. Der BPI ist Mitglied im BfArM-Beirat, der die Versorgungslage beobachtet und bewertet. Die Zusammenarbeit zeige, dass es »nicht um Zuständigkeitsabgrenzung geht, sondern um koordinierte Verantwortung«, so Sudhop.

Generaloberststaatsarzt Ralf Hoffmann sprach in Berlin ebenfalls über Resilienz. Die Arzneimittelproduktion sei mehr als ein Wirtschaftszweig. Verteidigungsfähigkeit sei keine rein militärische Aufgabe. Deutschland müsse in dieser Zeit resilienter werden, auch im Gesundheitswesen. Das betreffe nicht nur Personal und Kompetenz, sondern auch Arzneimittel und Medizinprodukte. »Eine Diagnose ohne Therapie ist wertlos.«

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