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Hantaviren
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Die Suche nach Medikamenten und Impfungen

Die Hantavirus-Fälle im Zusammenhang mit dem Kreuzfahrtschiff »Hondius« haben auch die Frage nach spezifischen Medikamenten und Impfstoffen aufgeworfen. Beides ist Mangelware. Im Gespräch mit der PZ gewähren zwei Experten Einblick in die Pipeline.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 10.07.2026  18:00 Uhr

Impfstoffe mit klinischen Daten

Im Vergleich zur Wirkstoffsuche ist die Forschung bei Hantavirus-Impfstoffen schon etwas weiter vorangeschritten. In China und Südkorea wurden beziehungsweise werden inaktivierte Ganzvirus-Impfstoffe gegen hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom (HFRS) eingesetzt, vor allem gegen dort relevante sogenannte Old-World-Hantaviren wie das Hantaan-Virus und das Seoul-Virus. Die Schutzwirkung und Übertragbarkeit auf andere Hantaviren seien allerdings begrenzt beziehungsweise nicht abschließend geklärt.

Für neuere Impfstoffplattformen gibt es den Forschenden zufolge klinische Daten aus Phase-I-Studien zu DNA-Impfstoffen, unter anderem gegen das Andes-Virus sowie gegen das Hantaan- und das Puumala-Virus (DOI: 10.1093/infdis/jiad235 und 10.1038/s41541-024-00998-7). Diese Studien zeigen Sicherheit und Immunogenität, also die Fähigkeit, Immunantworten auszulösen. »Ob und wie daraus breit eingesetzte Impfstoffe entstehen, ist aber eine andere Frage.« Ein universeller Hantavirus-Impfstoff wäre wissenschaftlich wünschenswert, sei aber derzeit nicht klinisch etabliert.

Ob eine Impfung sinnvoll ist, hänge zudem stark vom Einsatzszenario ab. Für die allgemeine Bevölkerung in Gebieten mit sehr niedriger Inzidenz wäre eine Impfung derzeit wahrscheinlich schwer zu begründen; für Hochrisikogruppen, Laborpersonal oder Menschen in Endemiegebieten könne diese Abwägung aber durchaus anders ausfallen.

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