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Sonne

Die Haut vor Schäden schützen

UV-Strahlung gilt als der bedeutsamste Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs. Zwar gibt es keinen 100-prozentigen Schutz zu dessen Vermeidung, aber umso wichtiger ist es, die bestehenden Möglichkeiten konsequent zu nutzen.
Maria Pues
08.05.2020
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UV-Strahlung ist essenziell zur Produktion von Vitamin D, doch sie kann die Haut sowohl akut in Form eines Sonnenbrands als auch langfristig schädigen, indem sie zu Veränderungen im Erbmaterial von Hautzellen führt. Zu den möglichen Folgen gehören die verschiedenen Formen des Hautkrebses. Deren Zahl steigt seit Jahren stetig.

Darauf weisen der Bundesverband der Deutschen Dermatologen und die Deutsche Gesellschaft für Dermato­logie in ihrer aktuellen Kampagne »Hautkrebsmonat Mai« hin. Sie ist Teil der gesamteuropäischen Initiative Euro­melanoma 2020, die unter dem Dach der Europäischen Akademie für Dermatologie und Venerologie (EADV) stattfindet.

Selten, aber meist tödlich

Unter den verschiedenen Hautkrebsformen ist das maligne Melanom (schwarzer Hautkrebs) besonders gefürchtet. Zwar tritt es im Vergleich zu anderen Formen selten auf, führt jedoch häufiger zum Tode. Rund 23.200 Menschen sind im Jahr 2016 laut Zentrum für Krebsregisterdaten an einem malignen Melanom erkrankt, Frauen und Männer etwa gleich häufig. Doch es gibt auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern. So erkranken Frauen im Mittel mit 60 Jahren, Männer acht Jahre später. Bei Frauen treten die Tumoren eher an den Beinen und der Hüfte auf, bei Männern häufiger am Rumpf. Auch bei der Sterberate gibt es Unterschiede: Diese liegt bei Männern deutlich höher als bei Frauen. Insgesamt starben 2016 knapp 3000 Pa­tienten am malignen Melanom, knapp 1300 Frauen und 1700 Männer.

Ab welcher UV-Dosis das individuelle Risiko für Schädigungen ansteigt, lässt sich allenfalls schätzen. Unter anderem spielt der Hauttyp dabei eine Rolle (helle Haut > dunkle Haut), aber auch eine mögliche gene­tische Disposition (Hautkrebserkrankungen in der Familie) sowie zurückliegende Hautkrebserkrankungen. Auch das Alter ist zu berücksichtigen: Junge Haut reagiert besonders empfindlich und bedarf daher eines besonderen Schutzes. Die Kampagne betont, wie wichtig ein früher Schutz ist.

Aber auch Pharmakotherapien können die Empfindlichkeit der Haut gegenüber einer UV-Exposition erhöhen. Zu diesen gehören insbesondere immunsupprimierende Therapien, die nach Organtransplantationen sowie bei Auto­immunerkrankungen oder in der Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt werden. Diese Patienten müssen ebenfalls auf einen besonders konsequenten UV-Schutz achten. Bei niedrigem Vitamin-D-Spiegel sollte das Vitamin substituiert werden.

Grundsätzlich sollen laut der S3-Leitlinie »Prävention von Hautkrebs« aus dem Leitlinienprogramm Onkologie folgende Schutzmaßnahmen in dieser Reihenfolge erfolgen: die Vermeidung starker Sonnenstrahlungs-Exposition, das Tragen geeigneter Kleidung und die Anwendung von Sonnenschutzmitteln. Letz­tere spielen insbesondere für den Schutz von Hautpartien eine wichtige Rolle, die nicht durch Kleidung bedeckt werden können. Sie verlängern die Eigenschutzzeit der Haut, sollen jedoch keinesfalls dazu verwendet werden, den Aufenthalt in der Sonne auszudehnen.

Großzügig auftragen

Wichtig dabei: die richtige Anwendung. So muss das Sonnenschutzmittel frühzeitig (mindestens 30 Minuten vor UV-Exposition) aufgetragen werden. Um den angegebenen Schutz auch zu erreichen, ist eine ausreichende Menge (2 mg/cm2Haut) erforderlich. Das entspricht rund 30 bis 40 ml für den ganzen Körper. Zu geringe Auftragsmengen können unter anderem zu einem unvollständigen Schutzfilm auf der Haut führen. Manche Parteien werden dabei mitunter ganz vergessen. Am häufigsten sind dies Ohren, Nacken, Stirn und Füße. Regelmäßiges Nach­cremen sorgt dafür, dass der Schutzfilm erhalten bleibt, verlängert aber nicht die Dauer der Schutzwirkung.

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