| Juliane Brüggen |
| 09.06.2026 12:00 Uhr |
Frauen, bei denen die Enzymfunktion aufgrund eines Polymorphismus eingeschränkt ist, zum Beispiel Poor Metabolizer (PM), können bei Einnahme der Standarddosis keine ausreichenden Endoxifenspiegel aufbauen, erklärte Schwab. Schon 2009 habe eine Studie gezeigt, dass das Vorliegen einer PM-Variante unter Tamoxifen-Therapie mit einer höheren Rückfallwahrscheinlichkeit assoziiert ist. Doch international wurde die Relevanz kontrovers diskutiert. Nun habe eine Metaanalyse erneut gezeigt, dass einZusammenhang bestehe, so Schwab. Der entscheidende Punkt sei gewesen, dass nicht die Tumor-DNA für die Genotypisierung herangezogen werden dürfe, sondern die Germline-DNA. Diese enthält das individuelle genetische Material, das in den Fortpflanzungszellen (Spermien und Eizellen) gespeichert ist.
Die genetische Testung vor Therapiebeginn werde in Deutschland praktisch nicht umgesetzt, konstatierte Schwab. Oft sei der Weg bis zur Implementierung lang. Um Frauen, die zu wenig Endoxifen bilden, neben Dosiserhöhung und Umstellung auf Aromatase-Inhibitoren eine weitere Alternative bieten zu können, arbeite das Stuttgarter Institut daran, ein Kombinationspräparat mit Tamoxifen und Endoxifen auf den Markt zu bringen. Die prospektive Studie TAMENDOX lieferte jüngst Evidenz dazu.