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Hitzesensible Medikamente
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Die Calor-Liste hilft weiter

Checklisten können hilfreiche Tools sein. Seit diesem Sommer gibt es die sogenannte Calor-Liste mit Arzneistoffen, die bei Hitze eine besondere Beratung und Anpassung erfordern können.
AutorKontaktJuliane Brüggen
Datum 03.08.2026  16:20 Uhr

Bestimmte Medikamente können das Risiko für hitzebedingte Gesundheitsstörungen erhöhen, zum Beispiel indem sie die Schweißproduktion, die Hautdurchblutung oder das Durstgefühl beeinflussen. »Hitzeschutz spielt in der Gesundheitsversorgung eine immer größere Rolle«, sagt auch Professorin Dr. Beate Müller anlässlich der im Juni veröffentlichten Calor-Liste, die hitzerelevante Medikamente und Anpassungshinweise während Hitzeperioden in den Blick nimmt. Die Direktorin des Instituts für Allgemeinmedizin, Medizinische Fakultät und Uniklinik Köln, war federführend an der Erstellung beteiligt. »Die Calor-Liste hilft den Fachkräften, Risiken bei der Medikation zu identifizieren«, so die Expertin.

Bis Ende 2026 soll das Angebot durch laienverständliche Materialien für Patientinnen und Patienten sowie ein interaktives Webtool ergänzt werden.

Von allgemein zu substanzspezifisch

Gleich zu Anfang der Liste werden allgemeine Hinweise genannt. Demnach sollte das Gesundheitspersonal die Patienten oder Angehörigen bei Hitzewarnungen darüber informieren, nicht nur Leitungswasser oder Tee zu trinken, sondern auch Mineralwasser, Brühe, Elektrolytlösungen, isotonische Getränke oder Fruchtsaftschorlen beziehungsweise Getränke mit einem optimalen Natriumgehalt von 0,5–1 g Natrium pro Liter. Dies gelte besonders für ältere Patienten über 65 Jahre.

Außerdem wird empfohlen, bei der Verschreibung und Abgabe hitzesensibler Medikamente vor und während Hitzeperioden auf substanzspezifische und allgemeine Warnsymptome hinzuweisen, etwa Schwindel, Kopfschmerzen und Bewusstseinsstörungen sowie Symptome einer Überdosierung. Patienten sollten konkrete Maßnahmen kennen, die bei Hitze relevant werden.

Sechs große Arzneimittel-Übergruppen

In den weiteren Kapiteln sind spezifische Anpassungshinweise für Medikamente oder Medikamentengruppen zu finden, sortiert nach sechs Überbegriffen:

  • Stoffwechsel und Hormone, zum Beispiel Insulin, Laxanzien oder L-Thyroxin
  • Herz-Kreislauf-System, zum Beispiel Antikoagulanzien, Antiarrhythmika und Blutdrucksenker
  • Immunsystem und Onkologie mit Immunmodulatoren, Immunsuppressiva und onkologischen Arzneimitteln
  • Schmerzen und Entzündung mit NSAR und Opioiden
  • Nervensystem und Psyche, zum Beispiel Antidepressiva, Antipsychotika und Antiparkinson-Medikamente
  • Applikationsformen mit transdermalen therapeutischen Systemen (TTS)
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