Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Vorsorge von Kopf bis Fuß
-
Diabetesfolgen frühzeitig erkennen

Ein frühzeitiges Erkennen von Diabetesfolgen ist entscheidend, um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können dabei helfen, Organschäden rechtzeitig aufzuspüren, müssen dafür aber konsequent im Praxisalltag verankert werden.
AutorKontaktChristina Düll
Datum 05.11.2026  15:30 Uhr

Stimmgabel und Pulstastung

Eine weitere häufige Folgeerkrankung ist die diabetische Neuropathie. Dabei kann durch die Schädigung der Nerven insbesondere das Schmerz- und Druckempfinden an den Füßen nachlassen. Verletzungen können dadurch unbemerkt bleiben und sich zu Geschwüren entwickeln. Um Nervenschäden frühzeitig zu erkennen, sollten daher die Füße regelmäßig daraufhin untersucht werden. Dabei prüfen Ärzte unter anderem mit einem Monofilament und einer Stimmgabel das Druck- und Vibrationsempfinden.

Neben den Nerven sollten auch Blutgefäße regelmäßig kontrolliert werden. Hierzu gehören Pulstastungen und das Kontrollieren des Knöchel-Arm-Index. Dies ist besonders wichtig, da eine Neuropathie typische Beschwerden einer Durchblutungsstörung – wie Belastungs- und Ruheschmerzen – verschleiern kann.

Mindestens einmal jährlich zur Vorsorge

Ebert empfiehlt, die entsprechenden Vorsorgeuntersuchungen bei Patienten mit Diabetes mindestens einmal jährlich durchzuführen. Eine frühzeitige Diagnose könne eine gezielte Behandlung der Organschäden ermöglichen.

Weiterhin betont Ebert, die größte Schwierigkeit der Früherkennung sei nicht der Mangel an Untersuchungsmöglichkeiten, sondern die Integration in den Praxisalltag. Daher müssten Wege gefunden werden, um die bestehenden Screening-Methoden fest in den Vorsorgeuntersuchungen zu verankern.

Auch Diabetes-Erkrankte können dazu beitragen, an regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen zu erinnern. Ebert verweist hierfür auf den Diabetespass. Dieses patientenzentrierte Dokument fasst zusammen, welche Untersuchungen und Maßnahmen bei Personen mit Diabetes regelmäßig durchgeführt werden sollten. Es kann als Orientierungshilfe für Ärzte und Patienten gelten.

Mehr von Avoxa