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Vorsorge von Kopf bis Fuß
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Diabetesfolgen frühzeitig erkennen

Ein frühzeitiges Erkennen von Diabetesfolgen ist entscheidend, um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen können dabei helfen, Organschäden rechtzeitig aufzuspüren, müssen dafür aber konsequent im Praxisalltag verankert werden.
AutorKontaktChristina Düll
Datum 05.11.2026  15:30 Uhr

Ein erhöhter Blutzuckerspiegel bei einer Diabetes-Erkrankung kann langfristig Blutgefäße schädigen und dadurch verschiedene Organe beeinträchtigen. Besonders häufig betroffen sind die Nieren, die Augen, das Herz-Kreislauf-System und das Nervensystem. Diese Schäden bleiben oft jahrelang unbemerkt. Wie sie sich frühzeitig erkennen lassen und worauf es in der Vorsorge ankommt, erläuterte Professor Dr. Thomas Ebert, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Diabetes & Niere der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG), bei einer Pressekonferenz anlässlich der 20. Diabetes Herbsttagung vom 13. bis 14. November 2026 in Dresden.

Diabetische Folgeerkrankungen können die Lebensqualität erheblich einschränken und das Sterberisiko erhöhen. Daher sei es wichtig, Organschäden möglichst früh zu erkennen, betont Ebert. »Ist das Kind einmal in den Brunnen gefallen, lässt sich nicht mehr viel machen.«

Albumin-Kreatinin-Ratio überwachen

Mit gezielten Untersuchungen lassen sich die Veränderungen bereits in frühen Stadien erkennen, sagt Ebert. Dies gilt sowohl für Diabetes Typ 1 als auch Typ 2. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Albumin-Kreatinin-Ratio im Urin (UACR). Sie gilt als früher Marker einer diabetischen Nierenerkrankung und kann Veränderungen anzeigen, bevor die Nierenfunktion nachlässt.

Bereits bei einem Wert von 10 mg/g ist das Sterberisiko durch eine diabetische Nierenerkrankung um 20 Prozent erhöht, bei 300 mg/g mehr als verdoppelt. Darüber hinaus gibt der Wert Aufschluss über das Herz-Kreislauf-Risiko: Eine Verzehnfachung der UACR wird bei Menschen mit Typ-2-Diabetes mit einem 2,5-fach erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht.

KI unterstützt Augenuntersuchungen

Auch die Augen können durch Diabetes langfristig Schaden nehmen. Eine diabetische Retinopathie und Makulopathie zählen zu den Hauptursachen für Erblindung im Erwachsenenalter. Zur Früherkennung sollte daher regelmäßig der Augenhintergrund untersucht werden.

Mittlerweile können dabei auch autonome KI-Systeme unterstützen. Sie werten Netzhautaufnahmen aus und erkennen Hinweise auf eine behandlungsbedürftige Retinopathie. Ebert erklärt, dass diese automatische Auswertung Facharztpraxen entlasten und den Zugang zum Screening erleichtern könne. Jedoch könne die KI eine ärztliche Beurteilung nicht vollständig ersetzen.

Stimmgabel und Pulstastung

Eine weitere häufige Folgeerkrankung ist die diabetische Neuropathie. Dabei kann durch die Schädigung der Nerven insbesondere das Schmerz- und Druckempfinden an den Füßen nachlassen. Verletzungen können dadurch unbemerkt bleiben und sich zu Geschwüren entwickeln. Um Nervenschäden frühzeitig zu erkennen, sollten daher die Füße regelmäßig daraufhin untersucht werden. Dabei prüfen Ärzte unter anderem mit einem Monofilament und einer Stimmgabel das Druck- und Vibrationsempfinden.

Neben den Nerven sollten auch Blutgefäße regelmäßig kontrolliert werden. Hierzu gehören Pulstastungen und das Kontrollieren des Knöchel-Arm-Index. Dies ist besonders wichtig, da eine Neuropathie typische Beschwerden einer Durchblutungsstörung – wie Belastungs- und Ruheschmerzen – verschleiern kann.

Mindestens einmal jährlich zur Vorsorge

Ebert empfiehlt, die entsprechenden Vorsorgeuntersuchungen bei Patienten mit Diabetes mindestens einmal jährlich durchzuführen. Eine frühzeitige Diagnose könne eine gezielte Behandlung der Organschäden ermöglichen.

Weiterhin betont Ebert, die größte Schwierigkeit der Früherkennung sei nicht der Mangel an Untersuchungsmöglichkeiten, sondern die Integration in den Praxisalltag. Daher müssten Wege gefunden werden, um die bestehenden Screening-Methoden fest in den Vorsorgeuntersuchungen zu verankern.

Auch Diabetes-Erkrankte können dazu beitragen, an regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen zu erinnern. Ebert verweist hierfür auf den Diabetespass. Dieses patientenzentrierte Dokument fasst zusammen, welche Untersuchungen und Maßnahmen bei Personen mit Diabetes regelmäßig durchgeführt werden sollten. Es kann als Orientierungshilfe für Ärzte und Patienten gelten.

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