| Christina Hohmann-Jeddi |
| 09.09.2026 16:00 Uhr |
Eine gewisse Adaptation an Hitze sei in der Bevölkerung schon zu erkennen, sagt die Expertin in Bezug auf RKI-Daten: »Die Bevölkerung scheint gegenüber moderater Hitze heute weniger empfindlich zu sein als noch in den 1990er-Jahren.« Gründe hierfür könnten eine bessere medizinische Versorgung, die bessere Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, eine erhöhte Aufmerksamkeit für Hitzerisiken, mehr Hitzewarnungen und bessere Wohn- und Arbeitsbedingungen sein. Die Anpassung habe aber Grenzen: »Gegen 28 bis 32 °C hat die Gesellschaft teilweise gelernt, sich zu schützen beziehungsweise sich daran anzupassen, aber gegen mehrtägige Episoden mit Temperaturen nahe 40 °C und tropischen Nächten besteht weiterhin eine erhebliche Anfälligkeit«, sagt Schneider.
Hitzeschutzmaßnahmen seien zwar hilfreich, fügt Dr. Wolfgang Straff an, Leiter des Fachgebiets Umweltmedizin und gesundheitliche Bewertung beim Umweltbundesamt in Dessau-Roßlau. »Sie können aber dauerhaft keinen umfassenden Schutz bieten, wenn die Hitzeextremsituationen immer weiter zunehmen werden.« Die wichtigste Maßnahme sei daher, die fortschreitende Klimaerwärmung zu begrenzen. Denn: »Nahezu alle heute noch lebenden Menschen und zukünftige Generationen werden spätestens im Alter zu den besonders gefährdeten Risikogruppen gehören.«