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Grippeimpfstoffe

Delegierte wollen Apothekenvergütung prüfen

Die Vergütung der Grippeimpfstoff-Belieferung, die Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) festgeschrieben hat, ist in Apothekerkreisen nicht gut angekommen. Das derzeit in Düsseldorf tagende Apothekerparlament will die entsprechende Regelung jetzt evaluieren und die Vergütung der Offizinen anpassen lassen.
Christina Müller
26.09.2019
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Auf Grundlage des TSVG, das im Mai in Kraft getreten ist, erhalten die Apotheker künftig für die Abgabe von Grippeimpfstoffen im Sprechstundenbedarf einen festen Zuschlag von 1 Euro je Einzeldosis, höchstens jedoch 75 Euro je Verordnungszeile. Diese Regelung beanstandet der Apothekerverband Westfalen-Lippe in seinem Antrag. Insbesondere den 75-Euro-Deckel sehen die Apotheker kritisch. Es sei fraglich, ob die Offizinen »unter diesen Voraussetzungen überhaupt noch bereit sind, wie in der Vergangenheit, die Versorgung der Arztpraxen mit Grippeimpfstoffen zu übernehmen«. Damit gefährdet der Gesetzgeber aus der Sicht der Delegierten die flächendeckende Versorgung mit den Vakzinen.

In dem Antrag, den das Apothekerparlament einstimmig annahm, fordert die Hauptversammlung der deutschen Apotheker den Gesetzgeber auf, die Grippeimpfstoff-Versorgung und die zugrunde liegenden Regelungen »zu evaluieren und notwendige gesetzliche Änderungen für eine für Apotheken auskömmliche Vergütung vorzunehmen«. Den Wunsch des Bundesrats, dies in der Saison 2019/2020 zu tun, halten die Pharmazeuten jedoch nicht für zielführend. Denn als das TSVG in Kraft trat, sei die Bestellung der Impfstoffe in vielen Bundesländern bereits erfolgt. »Die Versorgungsprobleme werden erst im Laufe der Saison 2020/2021 sichtbar», heißt es in dem Antrag. Die Apotheker dringen darauf, den Bedenken des Bundesrats zu folgen und das neue System zu überprüfen – aber erst dann, wenn das TSVG in diesem Bereich seine volle Wirkung entfaltet hat.

 

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