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Apothekenmarkt-Reform

Das sind die Kernforderungen der Apotheker

Die Apotheker haben einen Gegenentwurf zum Eckpunkte-Papier von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) beschlossen. Das Reformpaket zur Stärkung und Weiterentwicklung der Apotheken enthält sechs Kernforderungen. Vor diesem Hintergrund wollen sie den Versand von verschreibungspflichtigen Medikamenten akzeptieren. Spahn will die Vorschläge nun prüfen.
Ev Tebroke
18.01.2019
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Als Diskussionsangebot zum Reform-Paket des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) haben die Apotheker gestern auf der ABDA-Mitgliederversammlung in Berlin ein eigenes Eckpunkte-Papier verabschiedet. Es hat eine große Schnittmenge mit dem BMG-Papier, intendiert aber vor allem einheitliche Apothekenabgabepreise.

Ziel ist es, die derzeit geltende Ausnahmeregelung für Versender aus dem europäischen Ausland über die Sozialgesetzgebung zu korrigieren. Denn seit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs in 2016 gilt für sie keine Preisbindung mehr bei verschreibungspflichtigen Medikamenten. Deutsche Apotheken müssen sich hingegen nach wie vor daran halten.

Um wieder gleiches Recht für alle Marktteilnehmer zu erreichen, wollen die Apotheker die Arzneimittelpreise künftig über das Sozialrecht regeln. Die Gleichpreisigkeit ist für sie die zentrale Grundlage für alle weiteren Schritte zur Stärkung der flächendeckenden Versorgung und Weiterentwicklung der Apotheken. Würde dies rechtlich umgesetzt, wollen die Apotheker auch keinen Rx-Versandhandelsverbot mehr.

»Wir fordern die vollständige Wiederherstellung der Preisbindung für alle an der Arzneimittelversorgung deutscher Patienten teilnehmenden Apotheken und Versandhändler«, betont ABDA-Präsident Friedemann Schmidt.

Neben dem Ziel der Gleichpreisigkeit im Rx-Markt bezieht sich das Eckpunkte-Papier der Apotheker auf eine Sicherung der patientennahen Arzneimittelversorgung und eine aktiven Gestaltung des digitalen Wandels im Gesundheitswesen. Die ABDA will nun in den nächsten Wochen die Vorschläge mit der Politik verhandeln.

Gesundheitsminister Spahn begrüßt das Signal, das von dem ABDA-Papier ausgeht: »Mit diesem Beschluss ist auch aus Sicht der Apotheker ein Verbot des Versandhandels nicht zwingend zum Erhalt der flächendeckendenVersorgung erforderlich. Das ist ein wichtiger Schritt. Wir brauchen in jedem Fall eine europarechtskonforme Lösung, daher werden wir die Vorschläge nun in Ruhe prüfen. Unser Ziel bleibt die flächendeckende Versorgung mit Apotheken im ganzen Land.«

Hier finden Sie das ABDA-Dokument zur Ansicht.

 

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