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Photosensibilität
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Das Licht und seine Schattenseiten

Die Kombination von Sonne und Arzneimitteln ist meist keine gute Idee. Einige Wirkstoffe erhöhen das Risiko für strahlungsbedingte Hautschäden, andere vertragen selbst kein Licht.
AutorKontaktNicole Schuster
Datum 03.07.2022  08:00 Uhr

Entwarnung für Johanniskraut

Um die Gefährdung angemessen beurteilen zu können, betrachtet das Apothekenteam Wirkstoffe mit photoallergischem und phototoxischem Potenzial am besten differenziert. »Photoallergische Reaktionen mit ausgeprägter Immunreaktion können im schlimmsten Fall zu einem anaphylaktischen Schock führen, während die phototoxische Reaktion meist weniger ausgeprägt verläuft. Patienten, die bereits einmal eine photoallergische Reaktion erfahren haben und auf eine UV-Bestrahlung mit Symptomen wie Luftnot und ausgeprägtem Hautausschlag reagiert haben, sollten besonders aufpassen. Denn eine starke photoallergische Reaktion kann potenziell lebensbedrohlich sein«, so Martin.

Zurück zum Johanniskraut gegen Depressionen: Hier kann man aufgrund der Datenlage Entwarnung geben. Die eingenommenen Dosen sind in der Regel zu gering, um Hautreaktionen hervorzurufen. So wurde in einer Probandenstudie, bei der die Sonnenbrandgefahr vor und nach einer 14-tägigen Einnahme eines Johanniskraut-Präparats (900 mg/Tag) verglichen wurde, keine signifikant gesteigerte Lichtempfindlichkeit der Haut festgestellt (7). Angst vor erhöhter Lichtempfindlichkeit sollte daher kein Grund sein, die antidepressive Medikation in den Sommermonaten abzusetzen, wenn sie erforderlich ist.

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