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Apothekenklima-Index 2026
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Das Fixum schafft kaum gute Laune

Mit der Apothekenreform wurde das Honorar erhöht und neue Aufgaben eingeführt. Die Stimmung in den Apotheken bleibt aber skeptisch, wie die aktuellen Ergebnisse des Apothekenklima-Index 2026 zeigen, die im Vorfeld des Deutschen Apothekertags in München vorgestellt wurden.
AutorKontaktAlexander Müller
Datum 14.09.2026  11:22 Uhr

Insgesamt zeigen sich die Apotheker laut Umfrage enttäuscht von der Gesundheitspolitik der Bundesregierung: 47 Prozent bewerteten die Arbeit als »mangelhaft« oder »ungenügend«, »sehr gut« und »gut« liegen zusammen unter 10 Prozent. An der Befragung, die das Marktforschungsunternehmen IQVIA im Auftrag der ABDA durchgeführt hat, haben sich 500 Apothekeninhaberinnen und -inhaber beteiligt.

Konkret wurden die Teilnehmer zur gestaffelten Honorarerhöhung befragt. Die meisten (39 Prozent) wählten die Antwort »wertlos ohne nachhaltige Dynamisierung des Honorars«, weitere 29 Prozent empfinden die schrittweise Honorarerhöhung als inkonsequent. 15 Prozent erwarten kaum spürbare positive Effekte in der Bilanz, aber ebenso viele werten das Plus als wichtiges Signal der Politik. ABDA-Präsident Thomas Preis sagte, die Erhöhung habe viel zu lange gedauert und komme nun auch noch gestückelt.

Die Erhöhung des Kassenabschlags von 1,77 auf 2,07 Euro zum Jahreswechsel kritisiert eine Mehrheit von knapp 46 Prozent als harten betriebswirtschaftlichen Einschnitt, der zu weiteren Schließungen führen werde. Die Sparmaßnahme sei zudem das falsche Signal, weil die geplante Stärkung der Apotheken infrage gestellt werde. Preis bemerkte, dass 26 Prozent der Erhöhung schon wieder weggenommen würden.

PTA-Vertretung als »Systembruch«

Kritisch gesehen wird auch die mit der Reform neu eingeführte Möglichkeit, dass PTA kurzfristig Apotheken vertreten können. Fast die Hälfte sieht darin einen Systembruch, der die strukturellen Probleme im Apothekenbereich nicht lösen könne. Weitere 28 Prozent glauben eher nicht, dass sich die Neuerung im Alltag umsetzen lässt. 13 Prozent glauben, dass damit vereinzelt Lücken gestopft werden können.

Mit der Reform bekommen die Apotheken neue Möglichkeiten – doch wie viele Apotheken werden davon tatsächlich Gebrauch machen? 73 Prozent sehen die Rx-Abgabe ohne Rezept unter bestimmten Bedingungen als gute Option, die neuen pharmazeutischen Dienstleistungen und weitere Impfungen wollen 40 beziehungsweise 35 Prozent anbieten. Blutentnahmen oder Schnelltests können sich 28 Prozent vorstellen, 10 Prozent zeigen sich insgesamt noch skeptisch bezüglich der neuen Leistungen.

40 Prozent finden, dass bei Impfungen Aufwand und Ertrag in keinem guten Verhältnis stehen, aber 18 Prozent haben bisher noch nicht geimpft, wollen aber jetzt damit anfangen. 19 Prozent der Befragten bieten die Leistung nach eigenen Angaben schon heute an. Damit könnte sich die Zahl der impfenden Apotheken auf rund 6000 verdoppeln, so Preis.

Mit dem GKV-Spargesetz steigen die Zuzahlungen für Arzneimittel ab 2027. Da die Versender schon jetzt mit dem Zuzahlungserlass werben, befürchten 70 Prozent der Apotheker eine Stärkung des Versandhandels. In den Apotheken vor Ort könnten die Apotheken dagegen fälschlicherweise als Profiteure der höheren Zuzahlungen wahrgenommen werden, glaubt knapp jeder Vierte. Auch die ausgebliebene Verschärfung der Temperaturbedingungen im Versandhandel wird die Konkurrenz im Ausland stärken, moniert die Mehrheit der Inhaber.

Schwierige Personallage

Die Zahl der Beschäftigten in Apotheken ist im vergangenen Jahr auf 52.733 gefallen (2024: 53.235), mit einem Frauenanteil von 74,3 Prozent. Auch die Zahl der Inhaberinnen und Inhaber ist leicht gesunken, von 13.197 auf 12.802. Hier ist das Geschlechterverhältnis ausgeglichen. Der Rückgang spiegelt auch die weiter abnehmende Zahl der Apotheken auf aktuell 16.488 wider. Das Apothekensterben sei nicht verhindert worden, kritisierte Preis. Das werde die Versorgung vor Ort weiter ausdünnen.

Mehr als die Hälfte der Inhaber (57 Prozent) plant in den nächsten zwei bis drei Jahren keine Einstellungen – 82 Prozent allerdings auch keine Entlassungen. Auf der anderen Seite wollen 14,4 Prozent pharmazeutisches Personal abbauen und 7,6 Prozent nicht pharmazeutisches Personal. Vereinzelt sind auch Umwandlungen von Voll- in Teilzeitstellen geplant.

Gut ein Viertel der Befragten rechnet mit keinem Bewerber bei einer Stellenausschreibung für Approbierte, bei PTA sieht es kaum besser aus. Und mehr als jeder vierte Inhaber befürchtet, keinen Nachfolger zu finden.

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