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Lieferengpässe
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DAPI baut digitalen Zwilling

Lieferengpässe sind leider seit Jahren ein lästiges Problem. Aktuell zeigt sich das Thema beispielsweise auch bei der Versorgung mit Fiebersäften für Kinder. Das Deutsche Arzneiprüfinstitut (DAPI) hat sich zum Ziel gesetzt, Lieferengpässe genauer und schneller zu detektieren.
AutorKontaktDietmar Klöckner
Datum 18.11.2022  13:30 Uhr

Informationen, die beide miteinander verbinden

Die Verfügbarkeitsinformationen aus Großhandelsabfragen werden aus der Apothekensoftware automatisch und unverzüglich an den DAPI M übermittelt (zwei Auswertungsbeispiele im Zeitverlauf: siehe Abb. 1 und Abb. 2).

Verknüpft mit Informationen aus den anderen Datenquellen werden die Daten einer Modellierung zugeführt. Derzeit untersucht das DAPI die Möglichkeit, mithilfe einer künstlichen Intelligenz (KI) aus diesen Daten sogenannte prädiktive, also vorausschauende Aussagen, insbesondere zu dem Verlauf von Lieferengpässen zu treffen.

Als Ergebnis des virtuellen Raums für das reale Objekt (die reale Welt) sollen folgende Rückmeldungen möglich sein:

  1. Bewertung der aktuellen Verfügbarkeitssituation
  2. Signalgeber für aktuell kritische Engpass-Situationen
  3. Vorhersage des zukünftigen Verlaufs von Verfügbarkeits- beziehungsweise Engpass-Situationen, etwa in 14 oder in 30 Tagen.

DAPI unterstützt europäisches Lieferengpass-Projekt

Neben der nationalen Ausrichtung des DAPI in Sachen Lieferengpässen engagiert sich das Institut auch international, um Lieferengpässen vorzubeugen. Seit Ende 2021 ist das DAPI Teil der deutschen Delegation beim paneuropäischen Lieferengpass-Projekt namens Medicines Shortage Reporting Initiative (MedSRI), das geleitet wird vom General Pharmaceutical Council of Spain. Es erfolgen regelmäßige Projektabstimmungen zwischen Delegationen, welche Apothekerorganisationen aus Deutschland, Frankreich, Irland, Italien, den Niederlanden, Portugal und Spanien vertreten.

Das Projekt zielt darauf ab, ein harmonisiertes (apothekengestütztes) Meldesystem für Versorgungsvorfälle zu schaffen, um mögliche Versorgungsprobleme zu antizipieren und die Beteiligten in die Lage zu versetzen, Maßnahmen zu ergreifen, um sie zu verhindern oder abzumildern.

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