| Alexander Müller |
| 04.09.2026 09:00 Uhr |
Die DAK-Gesundheit ermuntert die Apotheken in einem Brief, mehr pDL anzubieten. / © IMAGO/APress
Auch wenn die pDL bislang nicht in der bei Einführung 2022 erhofften Menge erbracht werden, steigt die Nachfrage in Apotheken kontinuierlich an. Mit dem Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) werden neue Leistungen eingeführt, gleichzeitig soll die Finanzierung umgestellt werden.
Während aus dem Kassenlager regelmäßig kritische Töne zu vernehmen sind, ist die DAK-Gesundheit sehr überzeugt, dass strukturierte Beratungsleistungen dazu beitragen, »die Qualität der Patientenversorgung zu verbessern«. Das Schreiben liest sich stellenweise wie eine Hommage an die Apothekenteams: »Sie vor Ort kennen die Bedürfnisse Ihrer Patientinnen und Patienten am besten. Ihr Fachwissen und Ihre Beratungsqualität schaffen Vertrauen.«
Die Inhalator-Schulung etwa bringt aus Sicht der Kasse »einen spürbaren Benefit für die Symptomregulierung«. Und die erweiterte Medikationsberatung bei Polymedikation fördere das Erkennen und Lösen bestehender arzneimittelbezogener Probleme. »Damit helfen Sie, die Qualität und Effektivität der Arzneimittelanwendung sowie die Therapietreue zu erhöhen. Davon profitieren nicht nur Ihre Patientinnen und Patienten, sondern auch wir als Kostenträger.«
Bei der DAK hat man verstanden, dass eine gute Arzneimittelversorgung nicht nur Therapieprobleme reduziert, sondern damit auch weitere medizinische Maßnahmen und Folgekosten vermeidet. Auch bei der Umstellung auf ein anderes Produkt biete die pharmazeutische Beratung eine wertvolle Unterstützung. Die DAK lobt sogar die konsequente Umsetzung der Rabattverträge als »wichtigen Beitrag […] zur nachhaltigen Kostenbalance im Gesundheitssystem« – auch wenn es sich dabei nicht um eine pDL handelt.
In einer Grafik zeigt die Kasse auf, welche drei pDL derzeit besonders gefragt sind: Inhalationstechnik, Polymedikation, Hypertonie. Kaum einen halben Prozentpunkt der erbrachten pDL machen dagegen die spezielleren Leistungen zur Antitumortherapie und bei Immunsuppressiva aus.
Um die pDL auch bei den eigenen Versicherten bekannter zu machen, informiert die DAK auf ihrer Website und in den Kundenmagazinen. Die Kasse ermuntert auch die Apotheken, die pDL aktiv anzubieten. Schließlich profitierten auch die Apotheken über eine gesonderte Vergütung – aber nicht nur dies: »Mit Ihrer fundierten Beratung unterstreichen Sie Ihre Rolle als Arzneimittelexpertin und Arzneimittelexperte und stärken die Position der Apotheke als verlässliche Anlaufstelle im Gesundheitswesen«, heißt es in dem Schreiben.